Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 12.1888

Seite: 56
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oder dergl. zu denken sei, weiss ich nicht zu entscheiden, finde
auch keine analoge Darstellung, die darüber Au'fschluss gewähren
könnte.

Der diesseits des Schiffes schwimmende Mann (kein Greis)
hat sichtbare Genitalien, wie auch einige von der Schiffsmannschaft,
während bei den Gelandeten überall das Geschlecht verhüllt ist.
Die Rechte des Schwimmers fasst mit untergesetztem Daumen nach
dem Ufer.

Hippodameia hat die Hand ihres Vorgängers Daidochos aller-
dings gefasst, ihr 1. Arm ist auf dem Stiche nur vergessen: damit
fällt Brauns phantastische Conjectur (Annali dell' instituto XX p. 359)
über den Grund des Nichtanfassens. Der obere Rand ihres Ohres
ist erhalten. An ihrer Brust sitzt eine Fibel. Um den Kopf zieht
sich ein breites Haarband.

Menestho hat Ohrgehänge und Halsband.

Ebenso trägt [Eujrysthenes ein Halsband.

Bei Heuchsistrat[os] ist ein Stück des hinter dem r. Arm
niederfallenden Gewandsaumes erhalten.

Damasisrate hat vollständiges Ohr und Gehänge daran, auch
Spuren der Füsse erhalten.

Bei Antiochos sind die jenseitigen Mantelsäume erhalten.

Hermipofs] hat Brustcontur.

Lysidike trägt eine Locke diesseits des Ohres.

. . okritos hat Brust- und Bauchzeichnung.

Eriboia, rückseitiger Gewandsaum und Contur der Füsse vor-
handen. Ihre und ihres Vorgängers Hand liegen nicht übereinander,
sondern ineinander.

Trophos hat 1. Achselklappe und weiblichen r. Ellenbogen
(Weizsäcker a. a. 0. S. 379).

Der Gegenstand, welchen Ariadne auf der Fläche der r. Hand
dem Theseus ausser der Binde darbietet, kann kaum eine Blume
sein. Der Stecher hat die Hand falsch verstanden: auf der Fläche
bietet man keine Blume an, höchstens eine Frucht, etwa einen
Apfel. Uebrigens stehen Theseus, Throphos und Ariadne nicht auf
erhöhtem Terrain.

6. Kentaurenkampf.
Theseus' Gegner 1. am Ende schwingt, wie schon erwähnt,
einen grossen Stein derart, dass er ihn mit der im Nacken ge-
stützten Linken aufstemmt, während die nach hinten ausgreifende
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