Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 12.1888

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man die Stellung des Stämpels 1 als die normale, so erscheinen
einzelne der Stämpel 2 auf den Barren umgekehrt eingedrückt, so
dass die Schrift auf dem Kopfe steht. Immer befinden sich einer
oder zwei dieser umgekehrten Stämpel neben dem Stämpel 1, wahr-
scheinlich um durch diesen Gegensatz der Stellung die Verschie-
denheit der Stämpel deutlicher hervortreten zu lassen.

I (= Kenner I). Ganze Barre, im Besitze der Gräfin Mikes,
der Grundherrin des Fundortes. Gew. 476 Gr.; 1. 16'5 Cm., br. 2 Cm.,
h. 1 Cm.

2 2 Z 1 Z

II (= Kenner II). Ganze Barre, im Pester Museum. Gew.
472 Gr.; 1.17-5 Cm., br. 1-6 Cm., h. 0-7 Cm. Abgebildet auf Taf. III.

2 Z 1 Z Z

III (== Kenner III). Ganze Barre, im Besitze der Gräfin
Mikes. Durch den Meissel in zwei Theile zerspalten, die Bruch-
ränder passen aneinander:

a) Gew. 208 Gr.; 1. 7 Cm., br. 2 Cm., h. 1 Cm.
6) Gew. 248 Gr.; 1. 10 Cm., br. 2 Cm., h. 0'8 Cm.

a) b)
2 2 1 2 Z 1

Von dieser Barre existirt ein galvanoplastischer Abdruck.

IV (= Kenner IV). Verstümmelte Barre, in Kronstadt beim
Gerichtshof. Gew. 375'65 Gr.; 1. 13-8 Cm., br. 2 Cm., h. 0'5 Cm.

J 2 2 1 2

Die frischen Bruchränder am linken Ende sind deutlich sicht-
bar. Da die Länge der Barre um mindestens 2-5 Cm. hinter der
durchschnittlichen Länge zurückbleibt, so dürfte ein ganzer Stämpel
2 links abgestemmt sein. Das ergänzende Bruchstück findet sich
nicht unter den Fragmenten in Kronstadt. Vgl. Barre XIII.

V (= Kenner VI -(- XIII -\~ IX). Ganze Barre aus drei Frag-
menten zusammengesetzt, in Kronstadt beim Gerichtshof. Gew.
a (K. VI) 102 Gr., b (K. XIII) 166-05 Gr., c (K. IX) 192-87 Gr.,
L. 18-5.

a) b) c)
2 | . 2 2 t Z 1
Dass alle drei Stücke zusammengehören, ergibt sich aus dem
gleichen Erhaltungszustande. Die Fragmente zeigen an verschie-
denen Stellen einen weissen Beschlag, zweifellos Spuren eines miss-

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