Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 12.1888

Seite: 79
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so viel zu leisten, als dem eigenen Wunsche entspräche, hat mir
in der Bekleidung meines Priesteramtes durchgeholfen. Fürs erste
hat Dein Altar, herrliche Ompnia, alles empfangen, was ein
Armer zu bieten vermag; sodann habe ich meine Familie Deinem
Dienste geweiht: die Gattin Moschion als Priesterin, die Tochter
Klodiane als Schlüsselträgerin; endlich habe ich es an Opfer-
schmäusen für die Stadt nicht fehlen lassen. Alles habe ich somit
gethan, soweit meine Kräfte reichten."

Wie hier sehen wir auch in anderen Inschriften aus Lagina
die Betheiligung der Frau und Tochter an dem Dienste der Hekate
und die Schmäuse erwähnt, die der Priester der Göttin seinen Mit-
bürgern auszurichten pflegte (cf. Bull. d. corr. hell. 1887 p. 34 ff.).

Die an Wiederholungen leidende, überschwängliche Sprache
des Epigramms zeigt Berührungen mit dem epischen Dialekte und
Sprachschatze, so die formelhafte Verbindung in Z. 12, die an
II. 10, 217 erinnert: cdei b' ev baiTriffi Kai e\\amvr\ai Ttapecrrai. 'Au-
cpiueuiwev (Z. 2) findet sich sonst nur Od. 10, 227: öcmebov b' änav
ducpiueuuicev. Zu V. 11 vergl. Theogn. v. 6 (ed. Ziegl.) cpoiviKOc; pabivrji;
Xepoiv «poupauevn.. Neu ist als Epitheton Hekates "Ounviä, welches
bisher in der Verbindung mit Demeter (schol. Nie. AI. 7: öucpaXöc;
yap &ttö Tf)<; öu7ivn<; ei'pnrai, 6' «m Tpocpfi, eeep5 ou Kai f| Anurirnp
'OuTivi'a) und Nymphen (C. I. G. 454 Nüucpaic; öuTTVpaic;]) bekannt
war. Zur Messung "OuTrvTa vgl. Kaibel, epigr. Gr. 1046, 56.

Die zweite Inschrift gehört einer späteren Zeit an (c):

EO Y e n A N rI
ENOI

MENinnOYTOY
O Y

Es sind Reste von Priesternamen, da Z. 1 EnANn wahrschein-
lich zu eTTavYe[tXauevoc;] zu ergänzen ist.

E. HULA
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