Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 12.1888

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licher Carriere ist, dessen Name auf den Steinen dieser Zeit getilgt
vorkommt. Zwei vortreffliche Abklatsche der Inschrift, welche
Herr Prof. Dr. Friedrich Pichler in Graz auf die Verwendung
Herrn Prof. Bormann's hin dem epigraphischen Seminar zuzusenden
die Freundlichkeit hatte, sowie zwei von dem Seminarsmitgliede
Herrn Ohler angefertigte Clichees bestätigten diese meine Muth-
massung; dazu kam noch eine Ocularinspection des Denkmals
durch Herrn Prof. 0. Hirschfeld, deren Ergebniss derselbe mir
brieflich mitzutheilen die Güte hatte.

Die zweite Zeile der Inschrift, in welcher der jetzt getilgte
Name stand, ist zwar, wie oben bemerkt, sehr gründlich eradirt,
aber nichtsdestoweniger vermag man in derselben bei eingehender
Prüfung, namentlich der Abklatsche, einige Buchstabenreste mit
mehr oder weniger Sicherheit zu constatiren. Vor Allem ist zu
bemerken, dass der Name den erkennbaren Spuren zu Folge nur
ganz ausgeschrieben, nicht etwa ligirt, noch weniger gekürzt
gewesen sein kann. Obgleich nun der vollständige Name C. Ful-
vius Piaulianus 18 Buchstaben zählt, während in der ersten Zeile
nur 13 Buchstaben stehen, allerdings so, dass rechts noch ein
Raum für wenigstens zwei Buchstaben frei bleibt, und die dritte
Zeile 12 Buchstaben hat, welche aber stark auseinandergezogen
sind, so liegt doch kein Hinderniss vor, den Namen als vollständig
ausgeschrieben anzunehmen, wenn wir in Betracht ziehen, dass die
Buchstabenzahl der übrigen Zeilen von 5 bis 9 zwischen 15 und
17 schwankt, und die Breite der einzelnen Buchstaben, sowie deren
Entfernung hier gegenüber Z. 1. 3. 4 beträchtlich zurückgeht. Es
ist ja leicht begreiflich, dass man den Namen, auch wenn er länger
war, etwas zusammendrängte, um ihn auf eine Zeile zu bringen.
Was nun die einzelnen Buchstabenreste anbetrifft, so ist auf den
Abklatschen zu Anfang von Z. 2 deutlich erkennbar die untere
Hälfte eines c; der zweite Buchstabe schien Herrn Prof. O. Hirsch-
feld ziemlich sicher ein f zu sein, was die Abklatsche bestätigen,
auf welchen namentlich das Ende des mittleren Querstriches des f
in die Augen springt. Im Folgenden scheinen auf den Clichöes
der untere Theil des t, dann der Fuss des zweiten und dritten v
wahrnehmbar zu sein. Besonders deutlich aber lassen dieselben
den mittleren Theil des nun folgenden s und die Spitze des v mit
dein nach rechts ausladenden Ansätze der Rundung hervortreten.
Weiter dürfte sich noch der untere Theil des zweiten L und des
vierten v, noch sicherer die linke Hälfte des Querstriches von t
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