Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 12.1888

Seite: 158
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den darüber hinlaufenden Sitzreihen und fanden, wie aus den er-
haltenen Maueransätzen zu entnehmen ist, über die Aussenmauer
der Cavea eine Fortsetzung.

Was nun die Arena selbst, den Kampfplatz des Amphitheaters
betrifft, scheint derselbe ungepflastert gewesen zu sein. Wohl
führte der zuerst gezogene Sondirungsgraben auf Reste eines
Plattenpflasters, über dessen Bestimmung sich noch nichts sagen
lässt, doch haben die Grabungen rings an der Umfassungsmauer
nur aufgeschütteten und gestampften Boden ergeben. Die Arbeit
dieses Jahres hat übrigens die Bloslegung der Arena nicht weiter
gebracht, als dies zunächst der Umfassungsmauer möglich war,
und ausserdem zur Verfolgung eines Wasserabzuges geführt, wir
können uns daher von der Einrichtung derselben am allerwenigsten
ein abschliessendes Urtheil bilden. Aus dem Plane, Taf. VIII, ist
zu ersehen, dass zunächst der Umfassungsmauer, vom östlichen
Eingange bis zum früher besprochenen, an der Nordseite liegenden
Räume, eine Thonröhrenleitung erhalten blieb, welche, wie es
scheint, unter dem Niveau der Arena lag. Die Röhren sind auf
die Erde aufgelegt, ohne besondere Bettung, und haben 25 Cm.
lichte Weite. Eine andere früher erwähnte Leitung liess sich von
der Mitte der Arena zur Umfassungsmauer verfolgen. Es ist ein
aus Steinplatten gebildeter Kanal, der mit seiner Sohle circa 1V2 M.
unter dem Niveau der Arena liegt, ein lichtes Profil von 72:80 Cm.
hat und nach der Donau zu abfällt. Er mündet unter dem früher
erwähnten grösseren Räume durch die Umfassungsmauer der Arena,
die hier mit einem starken Keilsteinbogen über dem Kanäle ver-
sehen ist. In der Mitte der Arena scheint ein grösserer Behälter
gewesen zu sein, der durch eine Klappe abzuschliessen war, welche
in die senkrechten Nuthen zu beiden Seiten des anschliessenden
Kanales eingeschoben wurde. Die weitere Bloslegung der Arena
muss erst ergeben, was diese Vorrichtung für eine Bestimmung in
Bezug auf diese Behälter hat, namentlich aber auch, ob es sich
um eine blosse Entwässerungsanlage, oder etwa eine solche in
Verbindung mit einem der Länge der Arena nach laufenden
breiten Wassergraben, der verschiedenen Zwecken dienen konnte,
handelte. Der Abzugskanal ist theils mit Steinplatten, theils mit
gespaltenen Säulentrommeln, deren Rundung natürlich nach oben
gekehrt war, abgedeckt, und macht seine ganze flüchtige Aus-
führung den Eindruck mit der Brüstungswand der Arena und den
Aussenpfeilern des Osteinganges nicht gleichzeitig zu sein. Viel-
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