Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 12.1888

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I VN O Ni

NEME SI

EPPIVS-M-ARf N^S
■E-MEM-ESPER-IVS
5 LEG-Xlm-G-TM VL
RODO ■ T-

In Beziehung auf die Lesung ist nur am Schlüsse von Z. 4
ein Zweifel statthaft. Ich schrieb unter ungünstigen Umständen
ab, und die Stelle ist etwas beschädigt, namentlich am oberen Ende
des j. So kann ich nicht mit Sicherheit sagen, ob vor dem va ein
i oder t zu erkennen ist, während das vs selbst mir sicher scheint.
Gemeint ist vielleicht tvb und somit das Wort tubiicen) zu ver-
stehen. — Das et, womit Z. 6 vor der Mitte schliesst, und die An-
ordnung zeigen, dass noch ein oder mehrere Namen hinzugefügt
werden sollten, und es waren dafür noch 21/i oder höchstens
3% Zeilen verfügbar. Warum die Zufügung unterblieben ist, ist
nicht zu errathen.

Iunoni Nemesi Eppius Martinus et Mem(mius) Jasper [t]ub(icen)<?
leg{ionis) XIIII g(eminae) et Iul(ia) Bodo et . .,

In der Nähe dieses Cippus oder Altares, zwischen ihm und
dem Pfeiler am äusseren Eingange befand sich ein grösserer Haufe
von kleinen Knochenüberresten. Einen Theil derselben, den wir
bei einem Ausfluge mitnahmen, hatte mein College, Prof. Neu-
mayer, und sein Assistent Dr. Weithofer die Freundlichkeit zu be-
stimmen. Darnach gehörte ein Knöchelchen einem nicht näher
bestimmbaren Hühnervogel (etwa Repphuhn), zwei andere theils
sicher theils wahrscheinlich zwei verschiedenen Hundearten an;
die übrigen, so weit sie kenntlich waren, rührten her von den
Gattungen Pferd, Rind, Schwein, Schaf. Ob man dabei an das
Opfer der suovetaurilia, das aus Schwein, Schaf und Stier bestand,
zu denken hat, lasse ich dahingestellt.

4. Kleine Ära aus Sandstein, 0-3 M. hoch, 0-18 breit und
0*15 dick, nur an den Seiten etwas beschädigt; gefunden im Am-
phitheater lose liegend. Oben ist die Oberfläche zu einer Patera
mit Nabel ausgearbeitet, auf der Seite rechts ist eine Patera mit
langem Stiel, der nach unten links gerichtet ist, auf der linken
Seite eine Patera mit zwei Henkeln dargestellt. Vorn die In-
schrift :
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