Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 12.1888

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/VLIVS

[2]cwt [S]erap\i I]ulius.

5. Zwei Bruchstücke einer Marmortafel; gefunden lose im
Amphitheater links von dem Haupteingange, aber schon innerhalb
der Arena; die sorgfältig eingehauenen Buchstaben deuten auf
verhältnissmässig frühe Zeit. Hoch sind die von a etwa 3'6, von
h etwa 3'3 Cm.

Dass die Stelle des Bruchstückes b weiter unten war als von
a, deutet die geringere Grösse der Buchstaben an. Eine Ergänzung
ist bei der Geringfügigkeit der Reste kaum möglich. Am nächsten
liegt bei einer sorgfältig ausgeführten Inschrift auf einer Platte aus
gutem Marmor innerhalb des Amphitheaters der Gedanke an die
Widmung an einen Kaiser, und es wäre möglich, dass in b das
vot zu devotus oder devotissimus, das ni zu numini gehörte. In a
kann das da unter andern zu einem Cognomen, wie Marcianus,
gehört haben.

6. Auf den im Amphitheater gefundenen Thonröhren ist, wie
Herr Baurath Hauser mir mittheilt, oft ein Stempel zu sehen. Der-
selbe ist meist undeutlich; an einer Stelle, wo er deutlich ist, hat
Hauser gelesen: _

[CAESIj

7. Eine Inschrift, und zwar nicht eine eingeritzte, sondern in
der Form befindliche, trägt auch eine im Amphitheater gefundene
ziemlich rohe Thonlampe.

a

b
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