Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 12.1888

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danvnatio memoriae aus, und es musste daher auf den Denkmälern
sein Name getilgt werden. Kaiser Septimius Severus aber Hess
die damnatio aufheben, und wenn auch mehrfach die in Folge
dessen erforderliche Wiederherstellung des getilgten Namens unter-
blieben ist, so ist sie, wie wir sehen, in Carnuntum nicht unter-
blieben, wo Septimius Severus selbst commandirt hatte und zum
Kaiser ausgerufen worden war. Die neue Schrift muss wohl nicht
genau der alten entsprochen haben, und ich möchte es für wahr-
scheinlich halten, dass ursprünglich weder die Buchstaben a und v
ligirt waren, noch das Wort commodi durch den Kopf unterbrochen
war. Es kann 'z. B. nach dem Kopfe commodi avg gestanden haben.
Für die Ergänzung der fehlenden Theile ist nach der Anordnung
des Erhaltenen sicher, dass der grössere Theil der Inschrift ver-
loren ist. Es wird demnach in Z. 1 vor Vene]ri Victrici noch der

Name einer anderen Gottheit gestanden haben und ebenso in dem
verlorenen Stücke mindestens noch eine Gestalt dargestellt gewesen
sein. Sieht man zunächst von der Beschaffenheit des erhaltenen
Kopfes ab, so liegt es nahe, die Inschrift nach Anleitung einer
im Jahre 1885 in unmittelbarer Nähe gefundenen Inschrift (Vereins-
bericht für 1885 S. 32 = Mittheilungen X S. 25 n. 6) [J(ow)] o(p-
timo) miaximo) H(eliopolitano), Veneri Victrici M. Titius Heliodorus
aug(ustalis) col(oniae) Kar{nunti) v(otum)l s{olvii) sacerdotib(us) Vibio
Crescente et Heren{nid) Nigriniano, die zu demselben Heiligthume
gehört haben könnte, etwa so zu ergänzen:

Iovi optimo ^ maximo Heliopolitano et Vene]ri victrici sacr.
pro salute & imp. Caesaris M. Aureli Antonini Co\m & modi Augusti
.....io..... et .....io.....] sac.
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