Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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Delphin reitenden und ihn zügelnden Eros in oben rund abge-
schlossenem Felde (H: 0*35). — Ferner ein Fragment eines Reliefs,
worauf eine halb nach 1. gewendete thronende Figur (0*28 h.)
dargestellt ist, an die sich 1. weitere Figuren angeschlossen haben
dürften. R. sind Reste einer Inschrift:

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Am Hause des Math. Gottovaz ist in breiter Um- ^ y
rahmung ein Panrelief, von dessen Darstellung nur jg^yA
noch die Umrisse kenntlich sind. Auf besonderer ob- /
longer Basis steht Pan, den Oberkörper von vorn, das
1. Bein vorgesetzt, mit geschultertem Pedum in der L. und zur
Stirn erhobener R. (Höhe der Figur 0*53).

Am Unterbaue der zum Hause des Anton Zific führenden
Treppe ist ein Cippus (O'So X 0*34) eingemauert mit der Dar-
stellung des Herbstes: der geflügelte Knabe schreitet auf Terrain-
basis nach links aus, hält in der gesenkten L. eine Weintraube,
mit der erhobenen R. aber, wie es scheint, einen Korb mit Trauben
auf der r. Schulter. — Dieselbe Eigur, aber vollkommen von
vorn, findet sich in einem Relief am Hause des Mar. Milesic, wo
R. v. Schneider S. 60 die Ringer verzeichnet hat.

Von den Antiken am Hause des D. Pletikosic (d. z. Post-
amt) nenne ich ein nur zu zwei Drittheilen erhaltenes Relief
mit der Darstellung des Mercur (0'30 hoch), kenntlich an der
Kappe und dem in der L. getragenen caduceus. Über die L.
ist überdies ein Gewandstück geworfen, sonst ist die im Ober-
körper nach vorn gestellte Figur nackt. Das Gesicht scheint
einer nach links weisenden Geste der r. Hand zu folgen. —
Dieses Mercurrelief zusammen mit einigen Köpfen des Museums
und einigen anderen dalmatinischen Fund Objekten3) erweist für
Dalmatien den Mercurcult, der wie leicht begreiflich in diesen
Küstengegenden nicht geringere Verbreitung gefunden haben wird,
als der von R. v. Schneider nachgewiesene Cultus des Pan und
der Nymphen.

Im Hause des Stefan Sperac zwei entsprechende Stücke,
offenbar von der Vorderseite einer Aschenkiste (0*30 hoch): r.
und 1. von dem leergebliebenen Inschriftenfelde war je ein Kriegs-
gefangener in Relief dargestellt, nackt, auf dem einen Beine
kniend, die Hände gebunden auf dem Rücken, vgl. z. B. Matz
Nr. 2530 und 3956 sowie das unten erwähnte Stück des Museums.

8) vgl. ein Belief mit der Darstellung des Mercur in Zara (R. v. Schneider
S. 51) und den Kopf eines jugendlichen Mercur auf einer Thonlampe der
Sammlung Bolmarsic in Ossero (Arch.-epigr. Mitth. IV S. 77 und Mitth. der
Centralcomm. z. Erh. d. Denkm. XI S. IV).
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