Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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einem kreisrunden Schilde ein Medusenhaupt., auf einem läng-
lichen ein Doppelbeil, umgeben von Halbmonden). Von all den
in den verschiedensten Ansichten zur Darstellung gebrachten
Schilden gleicht keiner vollkommen dem andern, auch nicht
einem der vier am Tropaeum verwendeten Schilde. — Auch der
Panzer ist wesentlich verschieden von dem am Baumstumpfe auf-
gehängten Panzer. Es ist ein Lederpanzer, was schon daraus
hervorgeht, dass die Achseldecken noch über einen Theil des
Oberarmes hinabreichen, indem die Ausschnitte für die Arme erst
unterhalb der Schulterhöhe beginnen. Von der Rückseite her
fallen nach vorne auf die Brust, wie gewöhnlich bei solchen
Lederpanzern, besondere Schulterstücke herab. Um die Taille
ist zweimal ein vorn geknotetes Band geschlungen. Am unteren
Rande des Panzers schließen sich zwei Reihen Streifen an, unter
denen noch das gefaltete Wams ziemlich weit hervorragt.

Auf der Tiefseite des Steines ist ein langgestrecktes
Bukranion (0-42 hoch) dargestellt, das zu einer etwaigen Dar-
stellung der an der Rückseite rechtwinklig anschließenden Seiten-
wand überleitete.

4) und 5) Zwei Fragmente, die mit einigen der von uns
oben angezeigten Stücke das Verzeichnis der von R. v. Schneider
a. a. 0. S. 37 ff. zusammengestellten dalmatinischen Monumente,
welche sich auf Pan und die Nymphen beziehen,6) erweitern.

Das erste Fragment (Inventar D 119, von Salona, 1885 er-
worben) misst 0'13 in der Höhe, 0'21 in der Breite: von einem
rechteckig umrahmten Relief ist bloß das Eck rechts unten er-
halten, worauf r. die Bocksbeine und ein Zipfel von der Nebris
des nach 1. gewendeten Pan, 1. daneben ein Stück von einer
neben ihm stehenden Nymphe, deren Chiton bis zu den Knöcheln
hinabreicht, sichtbar ist. Der Gegenstand zwischen Pan und der
Nymphe gehört wohl zu dem Schaft eines Schilfstengels, den die
Nymphe getragen (vgl z. B. Miliin, Gall. myth. No. 328).

Das zweite Stück (Inventar D 131, von Salona, 1886 er-
worben) stammt von rechts oben aus einem solchen Relief und
ist 0*27 breit, 0*24 hoch. Es zeigt den oberen Theil zweier

6) Davon tragen die im Museum befindlichen folgende Signaturen —
nach der Reihenfolge bei R. v. Schneider — I. Gruppe: D 26; 19 (zur
Ergänzung der Beschreibung dieses Reliefs bei R. v. Schneider sei hier bemerkt,
dass trotz der schlechten Erhaltung desselben zu beiden Seiten des Pan ganz
deutlich ein Baum zu sehen ist, wodurch sich dieses Relief der Mehrzahl der
Panreliefs noch näher stellt); 5; 63.; 23. II. Gruppe: DJ00; 44 (zur Er-
gänzung red Beschreibung R. v. Schneider's vgl. oben S. 2 Anm. 1.); 56.
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