Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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die Irrthümer veranlasst haben; Z. 6 AN|J ohne nachfolgenden
Punkt; Z. 8 PA.

Z. 2 ist Favoris sicher; vgl. dagegen Vjestnik a. a. O.

Die Stellung von L. f. in Z. 3 ist wohl so zu erklären,
dass es anfänglich vergessen und später an falscher Stelle nach-
getragen wurde.

Das Feld über der Inschrift, welche von zwei mit Laubge-
winden umschlungenen Säulen begrenzt ist, zeigt in einer Muschel-
nische die beiden Büsten der Verstorbenen, arg verwittert; rechts
und links von diesen, durch je zwei nietenartige Ornamente ge-
trennt, je ein der Mitte zugekehrter Knabe. Der rechte Knabe,
auf dem linkem Bein stehend, während das rechte zurückgeschlagen
ist, hält mit der linken Hand eine auf dem Boden aufstehende
Fackel; der rechte Ellbogen ist auf die Fackel gestützt, und die
rechte Hand ist zum Gesichte erhoben. Der linke Knabe ent-
spricht ihm im Gegensinne. In der darüber befindlichen Fläche
ist ein Giebelfeld eingeführt. Im Giebelfelde, dessen Spitze eine
Rosette ziert, ist die Romulus und Remus säugende Wölfin dar-
gestellt; dieser zugewandt steht in jeder Giebelecke ein Vogel.
Die über dem Giebel sich ergebenden Zwickel sind symmetrisch
durch je einen nach der Seite hin bewegten Hippokampen mit
geringeltem Schwänze und darunter einen nach abwärts gerichteten
Delphin ausgefüllt. Unterhalb der Inschrift in dem unten abge-
brochenen Felde reitet ein Jüngling nach rechts; die Beine des
Pferdes fehlen theilweise.

Sämmtliche Reliefs waren schön gearbeitet, sind aber be-
schädigt und verwittert.

2) C. I. L. III 4201. Rechteckige Marmorplatte, in der Kirche
von Vinica rechts (vom Hochaltare aus) an der Ecke des Pres-
byteriums eingemauert.

Rechts und links von der Inschrift steht eine Säule mit
einem von Ranken umzogenen Schafte und korinthischem Capi-
telle. Diese Säulen stehen auf einem mit vegetabilischem Orna-
mente versehenen Querstreifen, der das Inschriftfeld von dem
unteren Relieffelde trennt. Im Relief halten zwei geflügelte Eroten,
in Vorderansicht ganz symmetrisch gestellt, zwischen einander ein
Kranzgewinde, dessen Bänder von den Enden niederhängen. Der
rechte hält in der Linken, indem er den Unterarm im rechten
Winkel erhebt, das Kranzende, während er den r. Unterarm von
jenseits her auf den Kranz legt. Über dem Inschriftfeld erhebt
sich auf einem Architrav ein Giebel mit Randverzierung; das
Giebelfeld undeutlich.
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