Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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5) Varasdin-Teplitz, in der Badeanstalt neben den Inschriften
eingemauert ein Marmorrelief von guter Arbeit und ziemlich guter
Erhaltung, drei Quellnymphen darstellend; 63 cm br., 65 cm h.,
größte Tiefe des Reliefs 5 cm. Zur Beschreibung in den arch.-
epigr. Mitth. III 164 ist nachzutragen, dass sich zwischen den
Nymphen je eine Schlange vom Boden aufwärts ringelt.

Karlstadt—Degoj—Topusko

Karlstadt sammt Dubovac und Kamensko enthält keine
Alterthümer, selbst nicht mehr C. I. L. III 3935 ; nur römische
Münzen finden sich allenthalben. Ebensowenig fanden wir in dem
unweit von Karlstadt gelegenen Ozail die im Corpus publicierten
Inschriften oder andere Alterthümer vor. Dasselbe gilt von dieser
ganzen Strecke des Kulpathals; und auch die seinerzeit in Degoj
vorhandene Inschrift C. I. L. III 3936 ist nun nach Bovic ge-
bracht, wo wir sie neu aufnahmen. In der weiteren Verfolgung
des südlichen Weges gelangten wir nach dem Badeort Topusko,
wo wir keine von den bekannten Inschriften, dagegen eine neue
vorfanden. Im NO. liegt Glina, dessen Bürgermeister, Herr Haupt-
mann Nikolaus v. Milic uns zu einer quadratischen, 1 m breiten Relief-
platte im Hause des Herrn Stipetic führte, welche einen stehenden und
einen fallenden Krieger dargestellt haben soll, aber von dem
letzten Besitzer ohne ersichtlichen Grund behauen und mit Cement
beworfen worden ist; derselbe Herr Bürgermeister schickte uns
nachträglich eine Nachbildung des unten beschriebenen Ringes
mit Abdrücken seiner Inschrift zu. Wir erfuhren, dass bei einem
Brunnenbau vor einiger Zeit Inschriften zur Ausmauerung des
Grundes verwendet worden seien; vielleicht sind es diejenigen, von
deren Existenz im Corpus gerüchtweise gesprochen ist. Vor-
handen sind Inschriftsteine weder hier noch in Petrinja.

1) C. I. L. III 3936. Die viereckige Ära, welche die Kulpa
in Degoj anschwemmte, wurde vor ungefähr 20 Jahren durch
Herrn Hauptmann Mijic nach Bovic (südl. von Degoj) geschafft,
wo sie jetzt im Schulhause eingemauert ist.

Höhe 103 cm, Breite 61 cm, Dicke 54 cm. Das Inschrift-
feld, von dem unten ein Raum von 24 cm Höhe unbeschrieben
blieb, ist von einer Hohlkehle und flachem Rand, oben und unten
6 cm, r. u. 1. 10 cm br., umrahmt. Buchstabenhöhe 4 cm, Zeilen-
abstand 1*5 cm. Wir verglichen nach Entfernung der Tünche
die an manchen Stellen stark abgescheuerte Inschrift mit der
Schede aus dem Corpus und fertigten einen Abklatsch an. Da-
nach ergibt sich folgende Lesung:
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