Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

Seite: 18
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An der Quai-Seite des Hauses Gliederer sind noch vier Inschriften
eingemauert, welche nur theilweise über den Erdboden hervor-
ragen, sodass wir sie erst bloßlegen lassen mussten (C. I. L. III
3973 = eph. ep. II 414 Nr. 834. 3974. 3981. 3992). Im Bahn-
hofgarten liegen außer den Inschriftsteinen CLL. III 3942 und
eph. ep. II 852 mehrere antike Reste offen da: darunter das
unten beschriebene Architrav-Fragment; ein zweites Architrav-
Fragment aus Marmor 79 cm L, 37 cm br.; 25 cm h., an der
Unter- und Stirnseite mit einem Blatt- und Blüthen-Ornament
geschmückt, an der Rückseite und den Stoßflächen abgeschlagen;
ionische Pfeilerbasis u. 60, o. 40 cm br., sehr beschädigt, aus
Sandstein; ionische Säulenbasis 20 cm h., Dm. o. 45 cm, Plinthe
53 cm im Quadrat, mit einem 7 cm tiefen Dübelloch oben in der
Mitte, aus Kalkstein; korinthisches Gesimsstück aus Marmor,
seitlich und rückwärts glatt behauen, 56 cm br., 32 cm h., sehr
fragmentiert. Herr Stadtarzt Dr. Mlikovsky, in dessen Besitze
sich der Sarkophag eph. ep. II 848 befindet, fand gleichzeitig
damit einen kreisrunden Topf Dm. 22 cm, 5 cm d., a. 28, i. 20 cm
hoch; bei einer Durchgrabung seines Gemüsegartens stieß er auf
Untermauern aus Ziegeln und etwa 60 Quadern, ferner auf einen
gewölbten Gang mit römischen Ziegeln, welcher nach SW führt.
Im Hofe Ducmans liegt ein Sarkophagdeckel 2*38 m 1., 1*24 m
br., in dachförmiger Gestalt mit acht Rippen und vier Akrote-
rien. Sonst findet sich in Sisek kein Rest des Alterthums, selbst
im Pfarrhause nicht.

1) C. I. L. III 3974. Drei Sandsteinplatten, die Stirnseite und
beide Schmalseiten eines Sarkophages, sind im Hause Gliederers
neben einander eingemauert, sodass sie als ein Stein erscheinen,
wie sie auch im C. I. L. aufgefasst sind; die mittlere Platte ist
die längste. Gesammtlänge 3'42 m, Höhe 70 cm. Auf der läng-
sten Platte befindet sich in der Mitte die Inschrift, rechts und
links davon ein Relieffeld. Das Inschriftfeld ist 1*06 m L, 50 cm h.,
jedes Relieffeld 29 cm br., 56 cm h.; Buchstabenhöhe 5 cm
(Z. 2 : 6 cm), Zeilenabstand 4 cm.

Z. 1 D über NT7 MüberVG; Z. 4 lNASoR°R; Z. 5 keine
Zwischenräume; der letzte Buchstabe ist also adf(inis) cSchwager.

In der ganzen Inschrift ist kein Punkt sichtbar.

Beiderseits von der Inschrift steht in einer 5 cm tiefen, por-
talartigen Nische ein nackter Flügelknabe in Vorderansicht. Die
Nische ist durch zwei Pfeiler im Relief und einen darauf ruhen-
den Bogen eingeschlossen. Die Pfeiler sind in der unteren Hälfte
mit Schuppenornament, in der obern mit zwei Canneluren, nach
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