Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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Z. 2 glaubten wir am Ende noch R zu erkennen, Z. 3 ist S
tiefgestellt.

Die Seitenflächen haben Reliefs: links eine napfartige Vase
mit palmettenartig herausragenden Aehren; rechts einhenklige
Kanne und darüber Patera.

4) eph. epigr. II 417 Nr. 852. Unterer Theil einer vier-
eckigen Ära aus Kalkstein, jetzt ungeschützt im Siseker Bahn-
hofgarten : höchste Höhe des Steines 42 cm, dessen Breite 40 cm,
Tiefe 27 cm; höchste Höhe des Inschriftfeldes 16 cm, dessen
Breite 21'6 cm, Tiefe 20*5 cm; Größe der Buchstaben 4*5 cm,
Zeilenentfernung 3 cm.

Die Seitenflächen haben leere Felder.

~~r\—\
N O

AAXiM-V-S-I>-

Gegenüber dem Maximus l(ibertus) der eph. ergibt sich
somit die Lesung: Maxim(usf) v(otum) s(olvit) l(ibens).

5) eph. II 417 Nr. 848. Sarkophag im Hofe des Arztes
Dr. Mlikovsky, circa 1870 im Garten ausgegraben, 1*74 m l.;
77 cm br.; 90 cm h.; jetzt als Sitzbank hergerichtet durch Ent-
fernung der Rückenwand und Abschrägung der beiden Seiten-
wände; die Inschrift ist der Mauer zugekehrt.

Herr Dragutin Jagic hatte eine ungenügende Abschrift von
derselben genommen; auf unsere Bitte ließ Herr Dr. M. den
Sarkophag von der Stelle rücken, worauf sich folgende Lesung
ergab:

AVREL • VE N E RIAE OBHON •
E • FLO RE • IVVE NTVÄÄVB";'
MORTE OCCVPATA- E • MIPIEiT
VI R GINIP • AELIVLIAN Wlllllllll/i,
5 EX • NVM • COLLEG • DENDRO
V F

Das räthselhafte ob hon(orem) in Z. 1 erklärt Herr Prof.
Bücheler, der uns hier mit seinem gütigen Rathe unterstützte, durch
Verbindung mit et flore(m); es ist mithin zu lesen: Aurel(iae)
Veneriae ob hon(orem) et ßore(m) iuventuftisj subit(a) morte occu-
patae mi (== mihi dat. eth.), ^)ient(issimae) virgini, P. Ael(ius)
Iulianu[s] ex num(ero) colleg(ii) dendro(jphorum) v(ivus) f(ecit).
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