Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

Seite: 28
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5. Buch, p. 283 ff. aufgezählten sich finden (z. B. Nr. 2. 3. 6. 7.),
in Einzelnheiten von jedem derselben verschieden. Der Gott ist
nackt, ein Gewandstück fällt von der linken Achsel zwischen den
Armen jenseits der Lyra und der Beine herab. Er hat das linke
Bein emporgezogen, der linke Arm hält von jenseits die viersaitige
Lyra, deren Saiten die Rechte mit dem Plektron schlägt. Im
Rücken hängt an einem Riemen der Köcher, der auf allen von
Overbeck erwähnten Reliefs fehlt. Die räthselhafte Kopfbedeckung
ist vielleicht eine phrygische Mütze, wie sie auch der Apollo
Overbeck Nr. 187, Matz-Duhn 3276 von einem Musensarkophag,
tragen soll. Der Leib, besonders die Hüfte ist fast weiblich ge-
bildet, das Gesicht undeutlich. Rechts vom linken Knie ragt
noch selbständig ein Wulst hervor, der vielleicht der Kopf eines
nach rechts gerichteten Thieres war (Greif, s. Overbeck 7. 11.
14. 16. 18, oder Panther, s. 13?) Vom Relief der mittleren Nische
ist nur oben ein Blattornament erhalten (Marsyas am Baum?).

7) A.-e. Mittheil. IX p. 137 n. 320; im Stadtparke.

Längliche Platte, in deren unterstem Felde eine unten ab-
gebrochene Inschrift im Rahmen sich befindet 5 darüber ein schmaler
Reliefstreifen; den obersten Theil bildet ein großes Relieffeld
zwischen zwei Säulen mit korinthischen Capitellen, auf denen ein
Bogen und Eckakroterien aufruhen. In diesem Felde stehen neben
einander ein Mann und ein Knabe in römischer Tracht, in Vorder-
sicht, bis über die Hälfte sichtbar. Der Knabe 1. hält in den
Händen einen Vogel (Taube ?); der Mann in der am Körper
ruhenden Linken eine Rolle (?), auf deren oberes Ende er den
ausgestreckten Zeige- und Mittelfinger der r. Hand legt.

In dem unteren Streifen rechts ein Mann, links eine Frau
auf einen dreifüßigen Tisch zuschreitend; der Mann hat in der
R. einen Topf, in der L. einen Krug, die Frau in beiden vor-
gestreckten Händen eine flache Schüssel. Beide haben das Gewand
bis zu den Knien aufgeschürzt.

8) Bräuhaus Jamirsek, eingemauert.

Reliefplatte aus Marmor, 87 cm h., 40 cm br.; der obere
Rand wellenförmig geschnitten.

Auf einem Sockel steht in Vordersicht ein Flügelknabe,
bis auf den nur mit den Enden zum Vorschein kommenden
Mantel nackt; er hat sein rechtes Bein nach links gesetzt und hält
in der Rechten ein Körbchen mit Früchten (?) nach links in die
Höhe, zu dem er aufblickt; das Gesicht ist jetzt abgescheuert.
Der linke Arm ist in die Seite gestemmt, wird aber größtentheils
von dem nach vorn niederfallenden Ende des Mantels verdeckt,
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