Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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dessen anderes Ende vom rechten Oberarm diesseits herabhängt.
Die Stoffalten des Saumes sind in archaisierender Art gebildet.

Höhe der Figur 58cm; Relieferhebung 2cm; der Sockelist
25 cm br., 12'5 cm h.

9) Im Besitze des Herrn Kaufmannes Dimovic.

Büste der Gorgo (?) aus Bronze, 5 cm h., auf einer dünnen
quadratischen, auf die Kante gestellten Platte von 1*5 cm Höhe.

Die Büste ist von einem Gewand drapiert, das auf der r.
Achsel genestelt ist und nur den r. Oberarm seitlich sichtbar
werden lässt. Auf dem hohen, nackten Hals sitzt ein länglicher
Kopf mit fratzenhaft entstelltem Gesicht; dasselbe hat volle
Wangen, niedrige Stirn, weit aufgerissene Augen, breite, plumpe
Nase, offenen Mund mit dicken Lippen und ist bartlos. Das Haar
bildet blattförmige Zotten. Ohrringe (?). Rückseite ganz glatt.

Beigrad

Wir beschränkten uns hauptsächlich auf das dichtbesetzte
Lapidarium im Flur des Museumsgebäudes und berücksichtigten
auch hier nur insoweit, als es unten zur Sprache kommen wird,
die Inschriften, weil gleichzeitig mit uns v. Domaszewski sich in
B. aufhielt. Vor allem findet sich dort eine größere Zahl von
mehr oder minder beschädigten korinthischen Capitellen von ver-
schiedenster Größe und eine colossale ionische Basis aus Marmor,
mehrere Gesimsstücke, darunter die Ecke eines korinthischen
Gesimses aus Kalkstein 37 cm h. mit Volutenverzierung, drei
Sarkophage, wovon einer aus Sandstein (2" 16 m l., 1*4 m br.,
89 cm h., 16 cm d.) weder eine Inschrift noch ein Relief trägt.
An Sculpturen sind zu erwähnen die linke Hälfte eines Exem-
plares der weitverbreiteten Löwengrabaufsätze, ein zweites Exem-
plar aus Sandstein, links gebrochen, 1 • 10 ml. mit einem Pinien-
zapfen zwischen den Löwen, der 13 cm h. Rest eines vorderen
Löwenfußes auf einer 35 cm 1., 16 cm br., 21 cm h. Marmor-
plinthe, ferner drei Statuenfragmente: Der untere Theil einer
weiblichen Gewandstatue aus Marmor, 1*13 m h. bis zur Plinthe,
ganz in Gewand gehüllt; unten kommt ein Untergewand mit
reichen Verticalfalten zum Vorschein; das vom r. Standbein gegen
das 1. Knie hinauf gezogene Obergewand aus dickerem Stoffe
wirft wenige schwere Falten. Sandstein-Rumpf 88 cm h., von
den Armen nur das oberste anliegende Drittel erhalten, welches
nackt ist; vom Hals abwärts ist ein Theil des in parallele Falten
gelegten Untergewandes sichtbar; das einen halbkreisförmigen
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