Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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19) In Belgrad gefunden.

Grabtafel aus Kalkstein 18 cm br.; 10 cm h.

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20) Sieh die Abbildung auf Tafel I.

Weibliche Porträtstatue 1*68 m h. aus Marmor, fast un-
beschädigt bis auf die ganz zerschlagene Plinthe; circa 1855
aus Kostolatz nach Belgrad gebracht: Linkes Standbein, rechtes
Bein seitwärts gesetzt. Der linke Arm hängt ungezwungen herab
und hielt in der etwas beschädigten Faust über dem Schenkel einen
verlorenen cylindrischen Gegenstand. Die rechte Hand liegt aus-
gebreitet auf der linken Brust. Das gefältelte Untergewand ist
nur oben bis zur Herzgrube und an den Füßen sichtbar, von
deren linkem die Zehen hervorstehen. Das Obergewand hüllt
die ganze Gestalt ein, und es modelliert sich in demselben der
rechte Arm und die rechte Seite der unteren Körperhälfte; auch
der Kopf ist damit eingehüllt, wobei das Gewand beiderseits
gewissermaßen einen Kähmen für das Antlitz bildet. Der rechte
Arm ruht im Bausch des Gewandes, das über die linke Schulter
und den linken Arm geschlagen ist, den es ganz verhüllt. Der
Faltenzug geht vom rechten Knie und Unterschenkel nach der
linken Achsel zu; außerdem fallen stärkere Falten vom linken
Arm senkrecht herunter.

Der Hals ist nackt, der Kopf etwas vorgeneigt; ovales Ge-
sicht voll edler Buhe, Nase fehlt jetzt, der kleine Mund ist ge-
schlossen; die Haare sind über der . Stirn in der Mitte getheilt
und fallen rechts und links in die Stirn hinein.

So oft auch dieses Motiv der ruhig stehenden Frau in ähn-
licher Tracht in der Kaiserzeit wiederkehrt, fanden wir doch kein
völlig gleiches Beispiel.

21) Togastatue ohne Kopf aus Kalkstein 1*56 mh.; Plinthe
halbkreisförmig 80 cm br., 16 cm h.; circa 1855 aus Kostolatz
nach Belgrad gebracht: Linkes Standbein, rechtes Bein zur Seite
gesetzt; der linke Arm ist rechtwinklig gebogen und nach vorn
ausgestreckt, der rechte Arm nach unten ein wenig seitwärts
gerichtet. Der Hals ist nackt, der übrige Körper mit einer Toga
bekleidet. Diese lässt beide Unterarme frei, hüllt aber den ganzen
übrigen Körper in reichem Faltenwurfe ein. Nur die Füße treten
aus dem Gewände hervor; an den Füßen Sohlen, welche von
zwei Spangen festgehalten werden.
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