Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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vorn verdreht. Der auf dem Delphin reitende Eros hält in der
zurückgestreckten Rechten die Geißel. Der Lammträger ist in
Vorderansicht gebildet.

23) Sarkophag aus Sandstein 2°36 m 1., 1*16 m br.7 94 cm h.,
18 cm d.; die Mitte der einen Langseite oben ist ausgeschlagen,
das eine Ende des Deckels erhalten. Vorder- und Rückseite
sind leer.

Die Schmalseiten tragen vollkommen symmetrischen Schmuck.
Er besteht in je zwei nackten, geflügelten Eroten, zwischen denen
ein Feston die Mitte der Schmalseite einnimmt. Das Feld des-
selben ist 20 cm, das jedes Eros 33 cm breit.

Der Eros steht in Vordersicht mit auseinander gesetzten
Beinen und hält mit beiden Händen vor sich schräg eine Fackel
aufwärts. Der Feston ist mitten und oben eng eingeschnürt; in
der Mitte des unteren Theiles ist zwischen Blättern ein Gorgonen-
haupt, im obern Theile eine Rosette.

24) Bruchstück einer Marmorplatte, welche die Form eines
stehenden Rechtecks hatte. Vom Inschriftfeld (C. I. L. III 6298,
Gradischte) nur ein kleiner Rest der linken unteren Ecke mit
der Basis der Umrahmungssäule erhalten; darunter das ReliefFeld
in flachem Rahmen; Gesammtbreite 79 cm, ReliefFeld 67 cm br.,
42 cm h. Der nicht sculpierte unterste Theil der Platte abge-
brochen.

Relief: Achill schleift Hektor von der Stadtmauer weg;
vergl. Benndorf ann. dell' inst. 38, 266. Links steht ein aus
Quadern aufgebauter, runder Thurm mit Zinnen, dessen eisen-
beschlagenes Thor nur zu drei Vierttheilen sichtbar und verschlossen
ist. Von ihm hinweg fährt nach rechts ein Zweigespann, auf
dessen Wagenstuhl Achill getreten ist. Die nackte Leiche Hektors
ist mit den Füßen daran gebunden. Die Pferde galoppieren;
die Hufe ihrer Vorderbeine und die Enden ihrer Köpfe sind vom
Rahmen des Feldes überschnitten. Achill, unbärtig, mit Brust-
panzer und Helm gewappnet, ist fast ganz dem Beschauer zuge-
wendet; das rechte Bein ist noch zurückgestreckt, sodass es auf
dem Bauch der Leiche zu stehen scheint. Die Linke hält die
Zügel, ist aber verdeckt durch den am linken Arme in Vorder-
ansicht vorgestreckten runden Schild. Der rechte Arm, nach
links hoch erhoben, schwingt die vom Rahmen überschnittene
Geißel. Die Leiche liegt auf dem Rücken, den rechten Arm steif
an den Körper angeschlossen, den linken über den Kopf zurück-
gebogen. Die gesträubten Haare treten über den Rahmen heraus.
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