Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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heranreichend, sind die Meereswellen deutlich plastisch ange-
geben, die Ornamente der äußeren Schiffswand dagegen sind mit
roter Farbe aufgetragen, von der auch sonst noch einzelne Spuren
an dem Bildwerke sichtbar sind.

Der Typus dieser Darstellung ist bekannt und es genügt
für die Parallelmonumente auf Roberts treffliche Zusammenstellung
A. Ztg. 1875 S. 133 ff. zu verweisen; was das Fehlen des
Idols in der Hand der Iphigeneia betrifft, so sei an das Relief
in Venedig (Dütschke V no. 293 ; Overb. Nr. 76 S. 726 der Heroen
gall.) erinnert, das durch das Fehlen jenes individualisierenden
Darstellungselementes sich dem allgemeinen Einschiffungstypus
nähert, wie wir ihn für Helenas Einschiffung z. B. auf dem Relief

Fig. 5.

Annali 1860 tav. d'agg. C, für Ariadnes Flucht auf dem oberen
Bilde des Salzburger Theseusmosaiks finden. Übrigens ist dem
Pester Relief durch die Zufügung des Tempels auf der linken
Seite ein localer Abschluss gegeben, der bei der Verwendung des
Bildes als rechtes Endbild eines Cyclus natürlich in dieser Weise
nicht nötig war.

Von den beiden wahrscheinlich mit den zwei besprochenen
Platten zusammengehörigen, jedenfalls zu einander Gegenstücke
bildenden Schmalplatten ist das in Fig. 6 wiedergegebene Leda-
relief den Lesern bereits aus Maionica's Beschreibung im zweiten
Bande dieser Mittheilungen bekannt. 8) Ich will hier unter Hinweis

s) Maionica Arch.-epigr. Mittheil. II 165. — Das Berliner Belief (no.
923 des Katalogs von 1885) bei Jai'm Sachs. Ber. 1859 Taf. 2; Overheck Zeus
503 f. no. 21.
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