Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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geschmückt war, während den oberen die Darstellung der Ankunft
des Dionysos bei Ariadne und wie es scheint, eine zweite von
Hippolyt und Phaidra einnahm ; erhalten sind, nur die Darstellung
des Obertheils in Betracht gezogen; folgende Bruchstücke:
1) Ariadne mit entblößtem Oberkörper und über das Haupt ge-
legtem rechten Arm, schlafend, zu ihren Häupten Reste eines
Baumes, am Fußende ein Theil der Beine einer dicht neben ihr

Fig. 14. Fig. 15.

stehenden männlichen Figur sichtbar (Fig. 12); 2) eine jugend-
liche männliche Gestalt, mit flatternder Chlamys und langem Stabe,
die rechte Hand abwehrend an die Brust gelegt, also — wie Herr
Professor Benndorf mir zu bemerken die Güte hat — Hippolyt,
der bekannten Sarkophagscene entsprechend (Fig. 13); 3) eine
flötenspielende Bakchantin (Fig. 14); 4) das Obertheil eines Silens
(Fig. 15); 5) Fußpartie einer langgewandeten weiblichen Gestalt,
vor ihr Reste eines Schlangen(?)schwanzes (Fig. 16); 6) ähnliches

Fig. 16. Fig. 17.

Fußstück einer männlichen Figur (Fig. 17). (Aus dem Kreise
pannonischer Sculpturen gehört noch die von Lipp Vasm. regesz.
egyl. evi jelent. V. 1877, Fig. 10, S. 29 f. publicierte Relieffigur
von Steinamanger hierher, für die der ungarische Herausgeber —
nach beiden Seiten ohne ausreichende Gründe — zwischen der
Deutung als liegende A^enus oder als Ariadne schwankt; möglich
sind beide Erklärungen; cf. Bernoulli Aphrodite S. 385 f.)
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