Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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anzuführen wusste. Seitdem ist einiges Material hinzugekommen,
doch hat die Beobachtung noch immer ihre Gültigkeit.24)

Es sei gestattet, diese Aufzählung mit dem unter Fig. 23
abgebildeten Fragmente eines Sandsteinreliefs (Länge 42 cm,
Höhe 19 cm, Dicke 5 cm) zu beschließen, von dessen bildlicher
Darstellung leider ein zu kleiner Theil erhalten ist, als dass, so
weit ich urtheilen kann, eine sichere Bestimmung und Deutung
derselben möglich wäre. Geblieben ist uns das Obertheil eines
Jünglings, der in heftiger Bewegung nach links mit seitwärts
dem Beschauer zugewandtem Gesicht einen nicht näher bestimm-
baren rundlichen Gegenstand auf beiden Armen von dannen trägt
(oder zum Wurf mit demselben ausholt?). Von dem das Bild
umrahmenden Blattornament ist auf der linken Seite noch ein
Stück erhalten.

Die Zahl der noch unedierten römischen Sculpturen des
Ungarischen Nationalmuseums ist mit dieser Aufzählung zum
kleinsten Theile erschöpft. Ich hoffe, später noch Gelegenheit
zu finden, einige Denkmäler der außerordentlich reichhaltigen
Sammlung zu behandeln. Für jetzt sei es mir nur noch erlaubt,
zu dem ersten Hefte von Conzes Römischen Bildwerken ein-
heimischen Fundortes in Osterreich eine kurze Notiz nachzu-
tragen. Der dort publicierte Jagdsarkophag aus Salona ist im
Laufe des vorigen Jahres durch Schenkung Sr. kais. Hoheit des
Erzherzogs Joseph ins hiesige Museum gelangt und nach einer
unter bequemeren Verhältnissen vorgenommenen photographischen
Aufnahme im vorigen Jahrgange des Archaeologiai Ertesitö neu
publiciert worden. Die nunmehrige Zugänglichkeit der Fragmente
erlaubt auch die sichere Vertheilung der 3 Hauptstücke. Frag-
ment B ist zu groß (einschließlich der nöthigen Ergänzungen

24) Heydemann Annali 1867 p. 374 segg. — Weitere Reliefs im latera-
nischen Museum Benndorf-Schöne No. 387 ; in Vienne: Stark Städteleben 578;
in Marseilles: Ann. 1869 tav. D (beachtenswerth durch den von Dilthey S. 9
hervorgehobenen Costümanachronismus). cf. auch Le Bas-Reinach, Voyage
archeologique pl. 87.
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