Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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Epigraphisches aus Spalato

Seit Prof. Hirschfeld über die Ergebnisse seiner dalmatini-
schen Reise in dieser Zeitschrift berichtete (a.-e. M. IX S. 1 ff.),
hat die umsichtige Leitung des Directors Bulic die Inschriften -
Sammlung des Spalatiner Museums reichlich vermehrt. Dieses
verfügt jetzt über drei Localitäten. Im Museum an der östlichen
Mauer des diocletianischen Palastes (von mir mit I bezeichnet)
befindet sich hauptsächlich der ältere Bestand; das Magazin
Brajnovic (II) beherbergt den neueren Zuwachs ; endlich sind einige
Inschriften in dem Turnsaale des Gymnasiums untergebracht. Zur
Zeit meines Aufenthaltes im September 1887, der mir durch die
Unterstützung des archäologisch-epigraphischen Seminars ermög-
licht wurde, betrug die Zahl der Inschriften einschließlich der
Fragmente 1366. Leider waren dieselben schwer benutzbar, da
die Räumlichkeiten sich bereits als zu eng erwiesen.

Aus den Ergebnissen der von mir ausgeführten Revision
der Inschriften will ich an dieser Stelle einiges vorlegen.

1) C. I. L. III 1947 (j. Mus. I 199).

I(ovi) o(ptimo) m(aximo) et || divo Claudio Caesar[i] j| Aug(usto)
German(ico) . trib(unicia) pot(estate) XIIII j| P. Anteius P. Antei
Syntrophi l(ibertus) \\Herma IIIIII vir et Augustalis \\porticum v(oto)
s(oluto) l(ibens) m(erito), loc(o) accep(to) d(ecurionum) d(ecreto).

Die Wörter et Aug(ustalis) sind ein späterer Zusatz, der
durch veränderte Schrift sich abhebt und die symmetrische Zeilen-
anordnung der sonst mit großer Sorgfalt eingehauenen Inschrift
stört. Für mich ist es unzweifelhaft, dass mit diesem Nachtrag
nicht etwa ein Versehen berichtigt wurde, sondern dass P. Anteius
Herma, als er im Jahre 54 oder etwas später die Säulenhalle
errichtete, nur Sevir war und erst später Augustale wurde.

2) C. I. L. III 2377. Grabcippus, den Lanza (cantiche lapidi
Salonitane inedite' p. 114) noch ganz sah; jetzt nur mehr der
obere Theil erhalten, br. 22 cm, h. 32 cm (Mus. I 290).

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