Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

Seite: 97
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Unzweifelhaft nennen beide Inschriften dieselben Personen
und gehören zu einander.

Die zuletzt angeführte Inschrift wird daher zu lesen sein:

in hunc sartofagum posita est Benina h(onesta) [f(emina)]
matrona [FJl(avii) Marciani memori(alis), qui (statt quae) visxit
an(nis) XX V. Siq\\uis extraneus ponere voluerit, det fisco aur(i)
Hb (ras) III.

Der Gatte Flavius Marcianus begnügte sich aber nicht,
durch die Inschrift auf dem Deckel des Sarkophags das Gedächt-
nis seiner Frau zu erhalten, er ließ überdies super arcam (Z. 7
unserer Platteninschrift), etwa an einer Wand der Basilica, eine
Platte itesella Z. 8) anbringen, die an sie erinnern und zum Ge-
bete für ihr Seelenheil {pro cuius spiritum Z. 6) auffordern sollte.
Es ist nur zu bedauern, dass genauere Fundnotizen fehlen und
nur angegeben ist, dass auch die Platte in Salona gefunden
wurde. Die Richtigkeit der Combination selbst ist in jedem Fall
einleuchtend.

Welche Stellung der Gatte hatte, kann ich nicht genauer
sagen. Am kaiserlichen Hof gab es memoriales in manchen Bureaux;
vgl. Notit. dig. oc. X 6 (Seeck p. 147): habet (sc. quaestor sacri
palatii) subaudientes adiutores memoriales de scriniis diversis.

8) Bull. Dalm. X p. 57 n. 61. Cippus aus Kalkstein, der
Länge nach gebrochen, unterhalb der Mitte ausgehöhlt, h. c.
1 • 1 m, br. c. 37 cm, Durchmesser der Vertiefung 24 cm, Buch-
stabenhöhe 8—4 cm; gefunden in Visoka bei Spalato, j. Mus. II 1274.

Die Inschrift ist mit großer Sorgfalt eingehauen und eine
symmetrische Gliederung des Textes nach Zeilen und Schrift
angestrebt. Dies ermöglicht es, folgende Ergänzung vorzuschlagen:

Archäologisch-epigraphische Mittheil. XIII 7
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