Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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sind es die Neditae, von denen C. I. L. III 2882 die Rede ist.
. . . . nus Laco [cent(urio)l] leg(ionis) VII iudex [datujs ex con-
vent(ione) feojr(um) ab L. VolufsioJ [L.f.J Saturnino lefg(ato) pjro
pr(aetore) C. Caesarifs AJugusti Germfanijci inter Nedfitas

et.....] Freilich, ob die zweite Völkerschaft auch hier die

Corinienses gewesen sind (Eph. II p. 349), mag trotz des Fund-
ortes (Karin) zweifelhaft bleiben , da in der späteren Inschrift
(arch. - epigr. Mitth. IX S. 4), die auf des Dolabella Schieds-
gericht zwischen diesen Völkerschaften verweist, Saturninus nicht
erwähnt wird.

Zur Schlichtung der Streitigkeiten bedienen sich die Statt-
halter in der Regel des Dienstes von Offizieren. Nur Eph. II p.
349 erscheinen Civilpersonen, da um jene Zeit (69/70) Dalmatien
keine Besatzung hatte. In den meisten Fällen sind es Centurionen.
Doch ließ Mommsen in der Ergänzung der oben angeführten
Inschrift die Möglichkeit offen, dass tribunus einzufügen sei. In
unserer Inschrift nun machen die Reste in Z. 1 die Ergänzung zu
trib(unus) unzweifelhaft. Saturninus hatte also eine Commission
eingesetzt, die aus einem Tribun der 7. und zwei Centurionen
der 11. Legion bestand. Einen Tribunen finden wir auch C. I. L.
X 1018 ex auctoritate Imp. Caesaris Vespasiani Aug. loca publica
a privatis possessa T. Suedius Clemens tribunus causis cognitis
et mensuris factis rei publicae Pompeianorum restituit. /

Auf welche Gemeinden sich der neue Terminationsstein
bezieht, lässt sich nicht sagen. Die Buchstabenreste EV, die
außerhalb des Rahmens der Inschrift und in anderer Orientierung
auf dem Abklatsche noch ersichtlich sind, sind, wie Bulic, der
den Stein selbst gesehen hat, a. a. 0. S. 117 berichtet, auf der
Seitenfläche eingehauen und von geringerer Höhe als die übrigen
Buchstaben. Zur Ergänzung eines Völkernamens sind sie daher
kaum zu verwenden.

Eben noch vor Abschluss des Druckes erschien das October-
heft des Bull. Dalmato, in dem Director Bulic S. 145 ff. einen
Terminalcippus derselben Zeit publiciert. Dieser wurde im Sep-
tember dieses Jahres in dem Gebiete von Krug auf der Höhe
des Hügels Greben oberhalb des Friedhofes Sustjapan gefunden
und für das Spalatiner Museum erworben. Ich gebe hier die
Inschrift nach einem Abklatsch, den Director Bulic dem epigra-
phischen Seminar einzusenden die Güte hatte. Die Buchstaben
sind von ziemlich roher Form, auch verhältnismäßig zahlreiche
Fehler zeugen von geringer Übung des Steinmetzen.
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