Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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zweiten Reihe unsere ex domo Caesarum cet. Daran schließen
sieh bewegliche Klagen über die Zerstörung der antiken Denk-
mäler, damit verbunden die erneute, wohl nur im Ausdruck
etwas geänderte Ortsangabe für die jetzt zerstörten mit Inschriften
angefüllten Grabmäler4), weitere Angaben über die Gesinde
(fameglie), denen die Inschriften angehören und anderes, und
darauf zum Theil mit Angabe der Columbarienwände, in denen
sie sich befanden, die zahlreichen Inschriften selbst, die als die
Inschriften der Ligori'schen Columbarien innerhalb der Porta
S. Sebastiano im C. I. L. VI 5 S. 65* ff. und VI 2 S. 991 ff.
gedruckt sind. Derjenige, der für das Corpus die Auszüge ge-
macht hat, hat die Ankündigung Ligori's vor jenen drei In-
schriften nur auf die erste bezogen (VI 20150), aber sie bezieht
sich unzweifelhaft auf alle drei, und alle drei lässt also Ligori
aus Columbarien an jener Stelle an der Porta S. Sebastiano
stammen. Nun ist freilich Ligori kein zuverlässiger Zeuge, aber
für unsere Inschrift wird die Richtigkeit seiner Ortsangabe
dadurch bewiesen, dass ungefähr an derselben Stelle bei Gra-
bungen, die zwei Jahrhunderte später stattfanden, eine Inschrift
gefunden wurde, die, wie ich schon sagte, augenscheinlich aus
derselben Grabanlage stammt.

Unter den Inschriften, die im J. 1726 wenige Schritte vor
Porta S. Sebastiano in oder bei einem Columbarium gefunden
sind und die im Corpus unter den Columbarien der Stätte an
diesem Thore 'inter Appiam et Latinani als VI, 3 zusammen-
gestellt sind (Band VI S. 968 ff.) findet sich ein jetzt verlorenes,
uns durch die Berichte von Ghezzi und Gori's Auszug aus den
Papieren von Stosch bekanntes Bruchstück, dessen Text im
Corpus unter n. 5818 so gegeben ist5):

EX • D)o m o
CAESARVJvf
LlBERTORVM et seruorum
QVMN-HOC • iyi onumentum
5 CONTVLERj unt
_NOMINEAT]

4) Die Worte sind: per la uia Appia uicino alle mura dalla parte di dentro.

5) Aufgenommen ist der Text von Ghezzi, dessen Handschrift ich ver-
glichen habe; Gori, den ich gleichfalls verglichen habe, hat in Z. 6 nomine/.
Indessen geht der Text von Gori wohl auf dieselbe Originalabschrift zurück,
und das a ist vielleicht nur aus der missverstandenen Bruchlinie entstanden.
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