Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

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KoiTÖt iriv dpriuevnv4) ypauuriv duo Trjc; eKTpOTrfj<; toö Xaouou ttotciuoö
ueXP1 toö ZKdpbou öpouc;. Bestätigend und ergänzend tritt hinzu die
Angabe über den Lauf der beiden Flüsse Dalmatiens, des Drilon und
Dreinos 2, 16, 4: Pa oe 6 ApiXuuv ttotcxuöcj diro Te toö ÜKapbou
öpouc; Kai airö toö erepou öpouc; toö xeiuevou irapd uecrnv tt]v avuu
Muoiav —- dqp5 ou Kai erepoc; ttotccuöc; Apeivoc; övoua ävexQeiq eußdWei
eic; töv Xdouov ttotoiuöv duo oucruüuv Taupouvou TTÖXeuuc;. Beide Flüsse,
die albanesische Drina (ApiXuuv), welche sich südlich von Scutari (Scodra)
ins adriatische Meer ergiesst, und die bosnische Drina (Apeivoc;), jetzt
der Grenzfluss zwischen Bosnien und Serbien, liegen demnach in ihrem
ganzen Laufe in Dalmatien. Da die albanesische Drina von zwei
Quellflüssen gebildet wird, deren nördlicher, die weiße Drina, die Ge-
wässer der Hochebene von Ipek sammelt, so kann jenes Grrenzgebirge
des Ptolemaeus zwischen Dalmatien und dem mittleren Moesien nur
die Bergkette sein, welche die Hochebene von Ipek vom Amselfelde
scheidet.

Dem klaren Zeugnis des Ptolemaeus entgegen haben die Neueren
übereinstimmend angenommen, dass die bosnische Drina die Grenze
zwischen Dalmatien und Moesia superior gebildet hat5). Die einzige
Überlieferung über die Grenzen von Illyricum, welche wir neben
Ptolemaeus besitzen, die Angaben des Agrippa über den Umfang der
Provinz, können aber dieser Ansicht keineswegs zur Stütze gereichen,
wenn sie auch vielleicht die Quelle des Irrthums sind. Die dimensuratio
provinciarum macht allerdings einen Fluss Drinus zur Ostgrenze von
Illyricum.

§ 18. Illyricum^) ab Oriente flumine Drino, ab occidente desertis,
in quibus habitabant Boi et Carni, a septentrione flumine Danubio,
a meridie mari Adriatico. Quae panditur in longitudine milia passuum
JDCXXj in latitudine milia passuum cccxxv.

Aber dieser Fluss Drinus ist, wie die beiden anderen Quellen,
aus welchen wir unsere Kenntnis von Agrippas Darstellung schöpfen,
erkennen lassen, nicht die bosnische, sondern die albanesische Drina.

4) Ptolemaeus bezieht sich auf die Stelle 2, 16, 1: £H 'Jllv^lg ne^io^erai — änb
de avatoXwv Mvöla tfj avo) y.arä y^a/uf.i7]v rijv anb Trjc, elQfj/utvtji ixt^07i7jg tov 2aovov
nota/nov (vgl. 2, 15, 1) fi&yoi tov v.atä ro 2/.ä(idov oqoc, tze(jci?os.

5) So Mannert VII p. 73 und Forbiger III p. 1090. Beide setzen die Grenze
als sicher, ohne einen Beweis beizubringen. Auch Kiepert macht die Drina, wenigstens
in einem Theile ihres Laufes zur Grenze, so in den Karten zu C. I. L. III Tab. I
und IV; hier wird auch die Hochebene von Ipek deutlich zu Moesia superior gezogen.

6) Eiese, geographi p. 12. Nach Illyricum schieben die Handschriften Pannonia
ein, ohne ein verbindendes et, ein Beweis, dass dieses Wort interpoliert ist, wie mir
Zangemeister bemerkt, dem ich mannigfache Förderung bei dieser Arbeit danke.
Bekanntlich umfasste Illyricum zu Agrippas Zeit auch Pannonien.
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