Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

Seite: 149
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spricht keineswegs dagegen, da die Dardania als selbständige Provinz
von Moesia superior abgetrennt war. Denn dann mussten die Straßen
nach dem Hauptorte zählen. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass
Ptolemaeus eine vermessene Straße von Naissus nach Scupi nicht
kannte und deshalb kein Mittel besaß, das Verkehrte seiner astronomischen
Ortsbestimmung für Scupi zu erkennen. Aber deshalb sind wir
nicht berechtigt, die Angabe des Ptolemaeus, dass Ulpiana nördlich
von Scupi gelegen habe, einfach zu verwerfen; vielmehr lässt sich die
Richtigkeit von Ptolemaeus Ansatz durch eine Reihe von Gründen zum
mindesten sehr wahrscheinlich machen.

Die Richtung der Militärstraße Naissus-Veclanum lässt sich aus
der Peuting. Karte dahin bestimmen, dass sie von Naissus nach Westen
führend, die dalmatinische Grenze nördlich von Scupi, also im Amsel-
felde erreicht haben muss. Nils (Naissus) und der Hauptort des Amsel-
fcldes Pristina werden heute nur durch eine Straße verbunden, deren
Lauf durch die BodenbeschafFenheit vorgezeichnet ist. Sie geht von
Nis nach Prokoplje im Toplicathale, dann thalaufwärts nach Kursumlje
und erreicht, den Pass von Banja überschreitend, Podujevo im Thale
des Lapflusses; durch dieses Thal führt sie dann nach Pristina. Dies
muss aber auch die Richtung der römischen Straße gewesen sein, weil
weiter südlich die Goliak-Planina, im Osten von Pristina, über welche
heute kein gebahnter Weg führt, einer Straßenanlage ein absolutes
Hindernis entgegensetzt. Südlicher als die Goliak-Planina kann die
römische Straße nicht gelegt werden. Denn die Straßentheilung
Hammeo der Peut. Karte liegt am 20. Meilenstein von Nis, müsste also,
wenn die Straße Naissus-Hammeo durch das Thal der Bulgarischen
Morava nach Süden führte, bereits nördlich von Leskovac fallen, welches
selbst nördlicher liegt, als die Goliak-Planina98). Eine bemerkenswerte
Bestätigung erhält diese Schlussfolgerung durch eine Inschrift, welche
an dieser Straße in Banja zwischen Kursumlje und Podujevo gefunden
worden ist").

N Y M P H I S
//ALVTARIB//
/ C A / / I S G F / /
/ / N T I F E X S /
5 NCLACOIVG/
L V C I O T / F / I C
/ F I L I I S S / P /

9ö) Diese Erwägungen sind angestellt auf Grund der österreichischen General-
stabskarte, deren Genauigkeit ich auf meinen Reisen oft erprobt habe. Die sonstigen
Karten der Balkanländer sind für diese Art von Untersuchung ganz unbrauchbar.

") Starinar I p. 82 (von mir nicht gesehen).
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