Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

Seite: 155
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1890/0169
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
Epigraphisches aus Kärnten

Während meines diesjährigen Sommeraufenthaltes in Friesach in
Kärnten habe ich eine Reihe von Inschriften aus der Umgebung theils
neu abgeschrieben, theils verglichen und theile im folgenden das
Wesentliche davon mit.

A. Neue Inschriften

1. Cippus aus gelblichem krystallinischen Kalkstein, h. 1*56,
br. 0*365, dick 0*11, mit schmucklosem Dreiecksgiebel (h. 0*26); die
Inschriftfläche ist mit Rand h. 0*59, br. 0*365, ohne Rand h. 0*453,
br. 0*24; der darunter befindliche Fuss des Cippus (h. 0*71) ist zu
unterst roh zugehauen, um in den Erdboden eingelassen zu werden.
Die Höhe der in Z. 1—5 sehr beschädigten schlechten Buchstaben,
welche die Inschrift der Mitte des 3. Jahrhundertes zuweisen, geht
allmählich von 0*04 auf 0*03 herab; in Z. 11 beträgt sie 0*02. Gefunden
im Herbst 1888 bei der Ortschaft Schratzbach (Gemeinde St. Salvator,
Bezirk St. Veit a. d. Glan; 1 Stunde von Friesach entfernt) auf einer
Berghalde etwas östlich von dem Hause Nr. 11 (Hausname 'unterer
Lichtegger3), etwa einen Fuss unter der Erde; gegenwärtig liegt der
Stein im Vorhause des genannten Hauses. Der Antiquitätenhändler
Franz X. Lattach er in Friesach beabsichtigt ihn anzukaufen.

▼ d ▼ Jvi ▼ '

S A ~~ V R N

N A ~ rvl \ N
N E Ji im i !... 3
5 TATAL

VE TI •V•F
SIBI-Ti-OP

T A T O F I L O SIC
M. I L I T I L I Sic
10 G-TT-ITA AN
XXV

D(is) m(anibus) Sa[t]um[i]na[e Majnnefani. Opjtata .... ueti
v(iva) f(ecit) sibi et Optato filfijo militi l[eJg(ionis secundae) Ita(licae)
an(norum) XXV.

Die Lesung von Z. 1—5 scheint mir trotz der ungünstigen Er-
haltung des Steines gesichert.

2. Bruchstück einer Tafel mit Rand aus weissem krystallinischen
Kalkstein; grösste Höhe 0*435, grösste Breite 0*325, Dicke 0*09; das
loading ...