Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 13.1890

Seite: 179
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Bemerkenswerth ist die Bezeichnung einer Frau als bibdcFKCxXoc;.

Der Genetiv 0ap*fr|\(öoc; hängt wohl, wie Benndorf bemerkt, von bi-
bdo"Ka\e ab.

4. Ebenda.

ArCJNO0GiHC/\C ÄYWvo9e[T]riö-a<;

TCüNMGrAACJNAlONY tüuv ueYdXuuv Aiovu-

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5. Philoti im Hause des Xiecpavoc; nouAnuevoc; HpouTrovac;. Ge-
funden angeblich */2 Stunde von Chalki auf dem Acker des Besitzers,
wo noch einige römische Architecturstücke liegen. Die Form des
Steines ist nach unten zugespitzt, von der 0*23 betragenden Höhe nur
0'12 beschrieben. Die r. vom Striche stehenden Buchstaben laufen
auf die ungeglättete Seitenfläche des Steines über.1)

/\ITQNMICOQ MA öpos .... k]cü tüjv uKTOiuud-

\NQNAEIKATEN ENK tujv . . . . a]v iLv bei mievevK-

INEICTOYCEPANC YCK eiv..... ]v ei? tou? dpdvouq k-

TONAAI0MONTON .... xatd ]töv baiGuöv xöv

KEIMENONPAPAG .........xduevov -rrapd I

TPATIQI ......tuji] Tpayiuui.

Ein Horosstein, durch welchen der Ertrag eines Ackerpachtes
für die Zwecke eines Eranos sichergestellt wurde. AouGuoc;, d. i. Theilung,
hier Theilungsvertrag, kommt C. L G. 5594 vor. Offenbar hatte der
Besitzer des Ackers oder sein Pächter als Mitglied des epavoc; nach
einem gewissen Turnus seinen Beitrag zu leisten, der bei Aenderung
des Eigenthums- oder Pachtverhältnisses gesichert werden sollte. Wichtig
ist die Inschrift durch das Demotikon des Vertrauensmannes, bei dem
der Vertrag deponirt war. Der Name der Stadt Tragia auf Naxos
wird nämlich bei Steph. Byzant. s. v. überliefert und auch jetzt heisst
die ganze Gegend, deren Hauptstadt Chalki ist, zu welcher mehrere
Dörfer gehören, officiell Tragea. Auf der Inschrift begegnet zum ersten
Mal das entsprechende Demotikon.

Wien EMIL SZANTO

x) Die späte Inschrift weist das Ny mit der schrägen dritten Haste wie in
archaischer Gestalt auf.

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