Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 14.1891

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zusammengeknoteten Pranken am Halse sichtbar sind. Auf der Rückseite
Keule und Köcher mit Bogen, dazwischen die erhabenen Buchstaben

HMI

Unterhalb des Bogens scheint A zu stehen, und denselben Buch-
staben möchte Tocilescu auch oberhalb der Keule erkennen.

4. Gewicht aus Blei in der Form eines gleichseitigen Dreiecks ;
gefunden in Küstendsche, jetzt im Besitze des Numismatikers Herrn
M. C. Sutzu. Gewicht 129*5 Gramm. Auf der Vorderseite Dionysos-
kopf mit Epheu bekränzt nach links; auf der Rückseite in erhabenen
Buchstaben

HPA
TETAP

n. 4.

In n. 4 ist sicher TeTÖtp(Tri), also x/4 Mine zu verstehen, und dass
mit HPA Herakleia und zwar das am Pontos gelegene gemeint ist,
ist wenigstens sehr wahrscheinlich. Das Gewicht würde auf eine Mine
von etwa 518 Gramm führen. In n. 3 ist f)ut(|Livaiov) zu lesen = eine
halbe Mine, so dass für die Mine sich ungefähr 482 Gramm ergeben
würden. Zu Grunde liegt bei beiden Stücken, wie mich Nissen be-
lehrt, die in den metrologischen Schriften oft erwähnte (Index Metr.
Scr. uva n. 7 und 10) und als italische oder ptolemäische bezeichnete
Mine von 491 Gramm, die wir auch aus Gewichtstücken kennen
(Hultsch Metr. Scr. I 105; dieselbe wird, wie mir Herr Dr. Pernice
mittheilt, nächstens von ihm aus ganz zweifellosen Beispielen nach-
gewiesen werden). Ob das A bn.uöcriov bedeutet, lasse ich dahingestellt.

Die weiteren kleinen Gewichte haben keine figürlichen Darstel-
lungen. Klar ist die Bedeutung von

n. 5 gefunden in Küstendsche, jetzt im Bukarester Museum. Vier-
eckig aus Blei, die Buchstaben der Vorderseite sind etwas abgerieben;

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