Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 14.1891

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war. Welches Werthverhältniss zu dem Z. 23 erwähnten Goldstater
(Xpucroöc;) anzunehmen ist, bleibt dunkel. Uber die Währungsverhält-
nisse dieser Gegend in etwas früherer Zeit vgl. Mordtmann Hermes
XIII S. 373 ff.

Z. 21. TTpdcreiv wohl fehlerhaft für -rrpacrcreiv,

Z. 24 f. Trap(rrrpa9fivoü ist ein neues Wort, über dessen Bedeutung
nichts Sicheres zu sagen ist. ev tuj Xiuevi tuj ecp3 fcpeuj 'Apiörocpdvou
kann, da Xijuriv Hafen oder Marktplatz bedeuten kann, nur derjenige
Markt oder Hafen sein, der unter dem eponymen Priester Aristophanes
fertig gestellt wurde (Neuer Markt).

Z. 30. KorrorfpdijjavTac; fehlerhaft für KaTaYpdiyavTec;.

Nach unserer Inschrift war wegen wiederholter Einfälle karischer
Seeräuber die Bestellung zweier Führer verfügt worden, die 40 Mann
zur Bewachung der Stadtthore und zum Patrouillendienst in der Stadt
auswählen sollten. Die Maßregel war wohl weniger gegen die Ver-
heerungen der Seeräuber selbst als gegen die das Maß des Erlaubten
übersteigende Ängstlichkeit der Bevölkerung gerichtet, die scharen-
weise die Stadt verließ. Durch die ständige Thorwache sollte dieser
Furcht wirksam begegnet, daneben wohl auch jede weitere Flucht der
Städter verhindert werden. Nach einigen Jahren (vgl. Z. 36. 37 KaO'
6Kaö"rov evtauiöv) war man in der Lage, für die erfolgreiche Mühe-
waltung Anerkennung zu beschließen. Dass von den emXeKTOt, deren
Namen nach Z. 40 f. aufgeschrieben werden sollen, thatsächlich am
Schlüsse des Decretes nur 25 statt 40 aufgezählt werden, erklärt sich
vielleicht so, dass die übrigen 15 im Kampfe gefallen und beim Be-
gräbniss oder einer gemeinsamen Leichenfeier schon der gebührenden
Ehren theilhaft geworden waren.

Zu Z. 38. Kybele und die Dioskuren finden sich öfter auf Münzen
von Tomi; vgl. Beschreibung d. ant. Münzen d. Berliner Museen I
S. 89. 92. 94 n. 1. 12. 13. 21.

51. Marmortafel, h. 04, br. 0*44, d. 0*07 ; gefunden in Constantza;
jetzt im Museum zu Bukarest.

Oberhalb der Inschrift ist die Darstellung des Todtenmahles.
Zwei Personen auf einem Bette ruhend, zwei auf Sesseln, vorne der
Tisch mit aufgelegten Speisen; an den beiden Seiten desselben zwei
kleinere Gestalten; auf der linken Seite eine Person mit einer Fackel.

Die Figuren sind gut ausgeführt, die Inschrift aber scheint von
einem eingehauen, der die lateinische Vorlage nicht völlig verstand.
So erklären sich die mehrfachen Fehler, auch dass öfter nur ein Theil
des Buchstabens eingegraben ist.
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