Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 14.1891

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Ränder hin breiter werden, verdicken sich nach unten. Eine Pincette
mit gezahnten Rändern s. z. B. bei Overbeck Pompei4 S. 461, d.

Beide Instrumente sind von einem Bestecke; denn sie sind gleich
lang und zeigen dieselbe Arbeit, besonders am Griffe. Der einfache
Haken diente wohl wie gleichartige noch heute zum Wegziehen oder

Auseinanderhalten von Gewebtheilchen bei der Wund-
behandlung, sowie Pincetten mit gezahnten Rändern
noch jetzt zum Anfassen von feineren Gewebtheilen
verwendet werden. Nur vermeidet man jetzt an
chirurgischen Instrumenten Kanten und Ecken, da sich
hier leicht Bakterien ansetzen.

6. Geräthfuß aus Bronce. Pantherkopf in eine
Klaue übergehend von der gewöhnlichen Form, 8 cm hoch.

7. Broncenes Endstück eines Geräthes in Form
einer Palmette, die kaum mehr zu erkennen ist; nur
auf einer Seite sind einzelne Streifen wahrzunehmen,
die von oben herab auseinandergehend dicker werden.

Die Palmette selbst ist 3'8 cm hoch, die daran befindliche cylindrische
Hülse mit nach außen gebogenem Rande 3 cm lang. Auf der Palmette
sind anscheinend Reste von blauem Smalt.

8. Halskettchen aus Golddraht, 34 cm lang. Außer den beiden
Endtheilen, einem Häkchen und einer Öse, die sich beide an je
einem Kreisring (aus zweifachem Golddraht) mit 2 aufeinander senkrecht
stehenden Durchmessern befinden, besteht das Kettchen aus 30 kleinen
Drahtstücken, die entweder an ihren beiden Enden zu je einem Ringe
zusammengebogen sind, so dass in der Mitte zwischen den Ringen eine
Perle sitzen konnte, oder nur zwei oder einen Ring bilden. Von den
Perlen sind noch 11, worunter 3 aus grünem Glasfluss, an dem Kettchen.
Je eine Glasflussperle sitzt am zweiten und vorletzten Gliede der
ganzen Kette. Die Smaltperlen waren aber nicht regelmäßig vertheilt,
denn der dritten erhaltenen Glasflussperle entspricht eine echte Perle.
Weiter hängen in vielen Drahtringen kleine Drahtglieder von 6—10 mm
Länge, welche dünne Goldblättchen in Dreiecksform mit Ösen tragen.
21 solcher Blättchen sind erhalten, an einem Gliede hängt nur mehr
ein Ringelchen des Drahtes, der ein Goldblättchen getragen.

9. Goldene Bügelfibula, 4 cm lang, mit Querstange (2*7 cm 1.)
die in birnförmige Knöpfchen endet. Bügel und Dornröhre —
auch der Dorn ist erhalten — sind an der oberen Seite emailliert. Auf
der Dornröhre ist das Grätenmuster ^EB, getheilt erscheint dasselbe
auf dem Bügel, indem die schiefen Linien von je einer längs des
Bügels hinlaufenden Geraden ausgehen — beide Gerade convergieren
gegen die Dornröhre JJSIllI1. In der Mitte der Querstange, wo der
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