Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 14.1891

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16. Bruchstück eines Grabsteins aus Kalkstein, gefunden auf der
Szalker Insel, jetzt unter Nr. 80/1883 1 im Nationalmuseum in Buda-
pest; h. 036, br. 0*3, d. 0"24 m.

. . . [signifejr? coh(ortis) Hfl Bat(avorumf)] . . . fstjip(endiorum)
XV. . . rio frafter] . . . p(osuit).

Z. 2 zum Schluss kann 11 oder 111 gestanden haben; von Cohorten
mit einer dieser Ziffern stand in der Nähe der Insel nur die cohors III
Batavorum, die bei Adony ihr Lager hatte.

V. Felsö Leperd (Iovia?).

17. Bruchstück eines Grabsteines aus Kalkstein, gefunden in
Felsö Leperd, nördlich von Dombövar (im Tolnaer Comitat) in der Nähe
der „Gölös"-Mühle, gegenwärtig noch dort bei dem Gutsverwalter
St. Jagicza.

*TI-CLAvk
Ö-MAR I • F7
l-H-S

Bei der starken Verstümmelung dieser Inschrift ist eine Ergänzung
kaum möglich; man erkennt in Z. 1 die Namen Ti. ClaudfinsJ, in Z. 3
die Formel h(ic) s(itus) e(st). Die Bedeutung der Inschrift liegt auch
nicht sowohl im Inhalt als im Fundort. Sie stammt nämlich aus
einem ausgedehnten römischen Ruinenfeld, welches sich zum Theil auf
dem Territorium von Felsö (= Ober) Leperd befindet, zum größeren
Theile aber auf dem Gebiete des Nachbardorfes Szakcs. Auf den
Ackern, die ich im August 1887 besichtigte, ist die Menge der Ziegel
und Steinbruchstücke so groß, dass das Ackern fast unmöglich ist.
Gestempelte Ziegel fand ich leider nicht. — Welche von den im Itin.
Anton, genannten Stationen mit Felsö Leperd zu identifieieren ist, lässt
sich noch nicht entscheiden • die Entfernungen von Sopianae und Herculia
erlauben vor der Hand keinen sicheren Schluss. Die Entscheidung
wird nur dann möglich sein, wenn sämmtliche Römerlager in Unter-
pannonien — oder Valeria — constatiert sein werden.

VI. Csakvar.

18. Grabstein aus Sandstein, gefunden in Csakvar (Stuhlweißen-
burger Comitat); jetzt ebendort im gräfl. Esterhazyschen Parke auf-
gestellt.
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