Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 14.1891

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br. 034, d. 0*38). Alle vier gefunden in situ in Alt-Ofen in einem
Mithrastempel und noch jetzt dort.

46.

43.

44.

45.

D E O C N f

DEOCA^

F O N T I

M -ANT-VI C

T O P ATI

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T O R I N V S

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COL ÄO AED

Herausgegeben sind diese vier Inschriften von Val. Kuzsinszky
Archaeol. Ertes. VIII p. 391 und a legüjabb aquincumi dsatdsok (die
neuesten Ausgrabungen in Aquincum) 1887—1889 S. 39 ff. mit aus-
führlicher Erläuterung; eine Abbildung von n. 44 steht auf S. 38. —
Hier nur ein paar Bemerkungen. Es scheint jetzt, namentlich durch
den Fund des Mithraeums zu Heddernheim, völlig gesichert, dass in
dem Cautopates der in den Mithrasdenkmälern so häufig begegnende
jugendliche Fackelträger zu erkennen ist (vgl. Hammeran Correspondenz-
blatt d. Westd. Zeitschr. VI 1887 S. 87). Diese Fackelträger erscheinen
aber in den Denkmälern regelmäßig in der Zweizahl. Wenn man
nun hier, wie wohl öfter,3) die Widmungen an Cautes und Cautopates
neben einander findet, so ist, obwohl die Namen noch nicht erklärt
sind,4) es wohl kaum abzuweisen, dass der eine Fackelträger gewöhn-
lich als Cautes, der andere als Cautopates bezeichnet wurde.

Zu n. 45 bemerke ich, dass es eine Quelle in der Nähe des
Mithraeums nicht gibt und nie gab. Hierzu schreibt Herr Cumont:
„Die Weiheformel Fonti perenni kommt noch C. I. L. V 5766 vor, und
ohne Zweifel handelt es sich auf unserer Inschrift wie auf der anderen
um eine wirkliche Quelle. Der Gebrauch des Wassers in den Mithras-
mysterien ist durch Iustinus Martyr (Apol. I 66 ev toTc. toö MiGpa
luuairipioic, TTOTr|piov üöorro«; xiBexai) und Tertullian (de bapt. 5 sacris
quibusdam per lavacrum initiantur Isidis alicuius aut Mitlirae; cf. de
praes. haeret. 40) bezeugt, und es scheint, dass regelmäßig in den
Mithräen entweder eine natürliche Quelle (so z. B. in Borcovicus, vgl.
Lapidarium septentrionale p. 97. 98) oder ein durch Röhren zugeleitetes
Wasser (so in Bandorf bei Oberwinter, vgl. Schaafhausen Jahrb. des

3) So in den Dedicationen des Q. Baienus Procul(us) pater in Aquileia (C. I. L.
V 763), wo sicher die Lesung Cautop(aü) vor der im Corpus aufgenommenen Cauto
den Vorzug verdient.

4) Das Element pates hat Nöldeke bei Hammeran a. a. 0. mit großer Wahr-
scheinlichkeit aus dem Persischen erklärt.

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