Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 14.1891

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a

a Z. 1 ist der Rest von einer Formel wie [dis manibus et per-
pjetuae [securitatij oder fsecuritati perpjetuae, Z. 2 von dem Namen
des municipium Flavium Sol(va). b Zt. 2 wohl fleg(ionis) III AJug(ustae)
p(iae) v(indicis)} Z. 3 etwa marfitoj.

4. Tafel aus gelblichem groben Kalkstein der Umgegend, ehedem
von einem Rand umgeben, welcher jetzt weggeschlagen ist; h. 0*41,
br. 0'45; die Höhe der roh eingekratzten Buchstaben, welche die In-
schrift der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts zuweisen, beträgt in
Z. 1. 2 0*065, steigt in Z. 3 auf 0*07 und sinkt von da allmählich auf
0*055 herab. Zwischen den einzelnen Zeilen sieht man noch deutlich
die vom Verfertiger zur leichteren Einhaltung der Geraden mit dem
Lineale gezogenen Linien. Gefunden zu Kriznica (Gemeinde Anovic,
Pfarre Videm in Steiermark) auf dem Acker des Franz Planinec, gegen-
wärtig beim Hause desselben in Ponikve (Gemeinde und Pfarre Videm)
Nr. 34 an der nördlichen Außenwand des Wirtschaftsgebäudes gegen
den Weg zu eingemauert.

l) M
JEVERIN
AA, A Pv O N
TE-MAX I MI

CqV-FSSTEAVSc
E F-AN-X II

D(is) m(anibus) Severin(ae) Maron(is) et Maximi co(niugis). V(ivi)
f(ecerunt) s(ibi) et Ausc(a)e f(üiae) an(norum) XII.

Z. 6 zu Ende ist der Punkt in A N • X II fraglich. Der Name
Maro kommt, abgesehen von dem Cognomen des Dichters Vergil,
auf keltischem Boden nur noch C. I. L. III 3827 vor, wo die Lesung
zweifelhaft ist; Auscus steht C. I. L. III 5265, Eph. epigr. IV S. 168
n. 588, C. I. L. VI 2408 I 1 (Aur. Auscus . . . natione NorficusJ).

5. Fragment einer Platte aus grobkörnigem grauen Kalkstein;
größte Höhe 0*26, größte Breite 0-32, Dicke 0*09; die Höhe der mittel-
mäßigen Buchstaben, welche ihrem Charakter nach dem Ende des
zweiten oder dem Anfange des dritten Jahrhunderts angehören, be-
trägt Z. 1 0-055, Z. 2 und 3 0*05. Gefunden von Herrn Barth. Pecnik
im Frühjahre 1890 auf der Straße in der Nähe von Vrenje (Pfarre
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