Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 14.1891

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oder dem Anfange des dritten Jahrhunderts zuweisen, beträgt Z. 1 0 05,
sonst 0*045. Der Stein wurde angeblich vor etwa 50 Jahren auf einem
Felde südlich von der Ortschaft Ober-Tiefenthal (Zgornji Globodol,
Gemeinde Hönigstein, eine Wegstunde östlich von Trögern) in der
Nähe römischen Gemäuers ausgegraben und ist jetzt in dem genannten
Orte an der Vorderseite des Hauses Nr. 12 (Eigenthümer Johann
Klinec) links unten bei der Stiege eingemauert; er ist stark übertüncht,
was die Lesung einigermaßen erschwert.

11. Große Platte mit Relief aus hartem grauen Kalkstein, theil-
weise abgebrochen, h. 1*43, br. 0'8. Das über der Inschrift befindliche
Relief, welches nach unten zu von vier starken Leisten abgeschlossen
wird (h. 0*58, mit den Leisten 0*74), stellt in roher Ausführung vier
Brustbilder in Vorderansicht dar, von denen die beiden äußern männ-
lich, die zwei mittlem weiblich zu sein scheinen. Das Inschriftfeld
wird beiderseits von zwei Säulchen eingefasst; seine Breite beträgt 0"7,
die größte Höhe 0*69; die Höhe der großen, ganz sorgfältig ausge-
meisselten Buchstaben, welche ihrem Charakter nach etwa in die Mitte des
dritten Jahrhunderts gehören, beläuft sich in Z. 1 auf O05, in Z. 2. 3. 4
auf 0'07, in Z. 5. 6. 7 etwa auf 0*065, in Z. 8 sinkt sie auf 0'05 herab.
Eingemauert an der südlichen Außenwand der Pfarrkirche zu St. Michael
bei Seisenberg; den Theil von Z. 5 abwärts mussten wir erst von der
darauf liegenden Mörtelschichte befreien.

D r M
LEVCENAC AS
DEMI-VIVA FEGSIBi

D(is) m(anibus). Leucena Casdeni viva fec(it) sibi [et ÄJugiae
ffjil(iae) ....

D

M

VIBIV^IIMIIRHHf-
/VSMOcX- G ■ FII CT r P A

5

j/IBICA
DM AXI

Etwa: D(is) m(anibus). Vibius Emeritus m(iles) fl(egionis)] X
g(eminae) fecit pafrentib(us) sjuis Vibfiae Ulli] Vibi Cafri f(üiae) et

Vibijo Maxifminiano pjatri sfuo obito anjnofrum......Die Ergänzung

will von Z. 5 ab nur etwas Denkbares geben.
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