Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 14.1891

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sein, und die Bauern finden fortwährend altes Geschirr, Gebeine, Münzen
und dgl. Es scheint also unzweifelhaft, dass die Römer, wie in Nemet
Csanad (C. I. L. III S. 1017 n. 6272), so auch in Feny zwischen
Temes und der Theiß eine militärische Ansiedlung hatten.

10. Denta. C. I. L. III 1555. Der Stein ist im Hofe des Ver-
walters eingemauert; h. 0*4, br. 0*37, d. 0*07. Man liest heute noch
sehr deutlich:

I a O es M
I • R • M • T • M
C-KANINIV

5 D C M • IIJ^J-b)

Wahrscheinlich: l(ovi) o(ptimo) m(aximo), I(unoni) E(eginae)
M(agnae) T(errae)' m(atri) etc.

11. Werschetz. Alle Veröffentlichungen der Inschriften C. I.
L. 6273. 6274 gehen auf eine Copie, welche von dem Stadtpfarrer bei
der Entdeckung genommen wurde, zurück. Seitdem sind die Steine
verschollen. Vgl. F. Milleker Geschichte der Stadt Werschetz, Buda-
pest 1886 p. 16, 17. Herr Milleker theilte mir auch mit, dass im
Dorfe Szurduk (nordöstlich von Werschetz), das mit Centumputea
identifiziert wird, vor einiger Zeit Ziegel mit dem Stempel LEG IUI
(C. I. L. III 1631) zu Tage gekommen seien. Er bemerkte auch, dass
die Angabe im Corpus, dass die Inschrift n. 1557 aus Szaszka stamme,
einfach einem Missverständnis zuzuschreiben sei. Grisellini, der diese
Inschrift veröffentlicht hat, sagt ganz klar (Band I S. 294, vgl. 284),
dass sie am Abhang des Besedingebirges bei Uj-Moldova (oder Bosniak
im Donauthal) entdeckt worden ist. Ich habe dieselbe vergeblich in
Moldova gesucht.

»

12. Szerb-Pozsez s ena. Ich habe keine anderen Steine gefunden
als diejenigen, welche von Torma in dieser Zeitschr. VI S. 125—126
publiciert worden, und jetzt so verwittert und abgetreten sind, dass
man kaum einige Buchstaben entziffern kann; aber ein Bauer brachte
mir ein neues Ziegelfragment mit dem Stempel:

D,fCoH VGi

Die coh(ors) V G[all(orum)J befand sich im Jahre 85 in Pannonien
(Militärdipl. XII C. I. L. III p. 835) und muss also nach den Eroberungen
von Traian nach Dacien verlegt worden sein.
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