Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 14.1891

Seite: 173
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Eine auf der linken Seite oben befindliche ansehnliche (Klammer- ?)
Vertiefung lässt vermuthen, dass derselben auch auf dem abgebroche-
nen rechtsseitigen Theile eine solche entsprochen habe und das Ganze
noch durch einen Aufsatz oder je eine Verzierung geschmückt Avar.

Dieser Stein ist nach Angabe des hiesigen städtischen Magazineurs
von ihm vor fünf Jahren zusammen mit fünf unbehauenen Steinen von
solcher Größe, dass jeder nur durch sechs Ochsen fortgeschafft werden
konnte und deren einen er noch jetzt in seinem Hause Mittelgasse
Nr. 147 zeigt; während er die übrigen anderweitig verwendet hat,
in dem westlichen des Mühlwassers wegen durch eine Wehre (aber
unvollständig) abgesperrten Aime des Szamos (c des Planes) gefunden
worden.

2. Zwei erst vor zwei Jahren u. zw. an einer Stelle, wo man bis
dahin das Vorkommen von Alterthumsgegenständen gar nicht ver-
muthete, nämlich am Abhänge der die Stadt im Osten begleitenden
Coroboi genannten (die Specialkarte legt diesen in Coroibi veränderten
Namen unrichtig der nordöstlichen Fortsetzung bei) Höhen (b des
Planes) in dem Wasserrisse zwischen dem südlichen Ende des durch
die Eisenbahn abgetrennten Stadttheiles und dem Ziegelofen unterhalb
Cote 417 gefundene Votivaltäre aus Sandstein 4):

Der eine mit Ablauf oben und unten 55 cm h.; 9 cm d., oben
31 cm, Mitte 27 cm, Basis 34 cm br.; Höhe des Inschriftfeldes 34 cm,
der Buchstaben in Zeile 1—4 = 5—5*5 cm, in Zeile 5 knapp 4 cm,
Zwischenraum der Zeilen 1—1*5 cm.

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also etwa: [p]ro salute [LJicinifani Au]g(usti) /f(ilii)] Felicis n(obilis-
simi) [C(aesaris)] Florentinus et Suriacus.

Der andere Votivstein mit gegürtetem Ablauf oben und einfachem
unten ist 63 cm h., 24 cm t., oben 26, am Gurt 29, unterhalb des-
selben 25, in der Mitte 23, an der Basis 31 cm br., Höhe des Inschrift-
feldes 47 cm, Buchstabenhöhe in Z. 1 = 6, in den übrigen 3—4 cm,
Zwischenraum der Zeilen 1 cm; er lautet:

4) Die Lesung beider Altäre ist hier nach den zugleich eingesandten Abklatschen
etwas ergänzt worden; die Schrift, besonders des ersteren, zeigt die schlechten und
unregelmäßigen Formen des 3. bis 4. Jahrhunderts, die sich mit den gebräuchlichen
Typen nicht wiedergeben lassen. A. d. R.
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