Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 14.1891

Seite: 175
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5. Das Capitell einer mächtigen grob gearbeiteten viereckigen
Säule von Sandstein, ebenfalls zu jener Zeit und in jenem Flussbette
ungefähr 300 Schritte oberhalb der Straßenbrücke (e des Planes)
aufgefunden.

6. Eine bei Umlegung der Straße von der Stadt nach dem Bade
Kerö im Jahre 1886 in der Nähe der Bildsäule des h. Johannes (a des
Planes) nebst vielen, wieder bestatteten Menschenknochen gefundene
wohlerhaltene Thonlampe.

b) Bei dem mehrerwähnten Individuum befindet sich eine kürzlich
gefundene Ära. Dieselbe ist aus grauem Sandstein verfertigt, voll-
kommen unversehrt, mit Ablauf oben und unten, von denen ersterer
auf jeder Seite eine stiegenförmige und in der Mitte eine kreisförmige,
letzterer auf jeder Seite eine viertelkreisförmige Verzierung aufweist,
84 cm h., 19 cm tief, oben und unten 34 cm, in der Mitte 29 cm br.,
Höhe des Inschriftfeldes 47 cm, der Buchstaben 6—6'5 cm, Zwischen-
raum der Zeilen 1 cm, und lautet:

I O M
M N L V
CRENVs
PRAEII-PN

5 ~V~ S L

I(ovi) [o(ptimo)] m(aximo). M(arcus) N(......ius) Lucreanus

prae(fectus) (alae) II Pan(noniorum) v(otum) s(olvit) l(ibens).

O Z. 1 ist schon ursprünglich nur punktiert, war also wohl durch
Bemalung deutlicher gemacht.

Als Fundort hat der Besitzer, welcher aus dergleichen Erwer-
bungen ein Geschäft macht und nach Art dieser Leute stets geheimnis-
voll thut, mir die Gegend an der Wehre des Mühlgrabens, anderen
den Wald von Szamos-Ujvar Nemeti angegeben. Doch ist nicht zu
zweifeln, dass der Stein, wenn nicht hier selbst, so doch in der Zone
von Szamos-Ujvar gefunden ist, da Besitzer denselben im vorigen
Herbste mit Wagen in seine Wohnung geschafft haben will, worauf
er bei seiner notorischen Mittellosigkeit auf keinen Fall viel verwendet
haben kann.

c) Im Besitze des Gymnasiums.

1. Eine Büste aus (wahrscheinlich Csicsö Kereszturer) Quarz-
trachyt5), einen bekränzten Kopf in natürlicher Größe mit sehr regel-

5) Die anderen Denkmäler scheinen dem in der Entfernung einer Meile nord-
westlich von hier gelegenen Ormanyer Steinbruche entnommen zu sein, Csicsö Keresztur
aber liegt an der Eisenbahn von Dees nach Bistritz. Specialkarte Z. 17 Col. XXX.
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