Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 14.1891

Seite: 180
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betragenden bis über 1/9 m3 großen Bruchstücke eines festen, aber von
den Atmosphärilien ausgelaugten Congloinerats gebrannter Ziegel bis
zu 2/3 m Tiefe im Erdreiche gefunden wurden.

Sonst fanden sich an keiner Stelle des erwähnten Kreises, durch
welchen von der Fundstelle ein Durchschnitt nach NO. besonders in
jener Richtung gemacht wurde, welche durch eine wahrscheinlich vom
Regenwasser gebildete Rinne bezeichnet ist, Bruchstücke von Ziegeln.

Weniger die Beschaffenheit des nicht so sorgfältig wie man es
sonst von den Römern gewöhnt ist, ausgearbeiteten Materials als viel-
mehr die Lage der Fundstelle auf halbem Wege zwischen Szek und
Szamos-Ujvar, welch' letzteres von dort aus deutlich gesehen werden
kann, — 7 km in ein und der anderen Richtung — lassen darauf
schließen, dass hier ein militärischer Beobachtungsstand gegen die
damals jedenfalls noch ganz, sowie auch heute noch zum Theil mit
Wald bedeckten Höhen in südlicher und südöstlicher Richtung gewesen,
so wie dass dieser Wachthurm die am jenseitigen Ufer geführte, be-
reits erwähnte Straße bei Dengeleg gedeckt habe.

Jetzt kann ich nachtragen, dass

4. bei Nachgrabungen, die auf meine Veranlassung in diesen
Tagen in Boncz-Nyires, 6 km östlich von der oben besprochenen Stelle
und 7 km in südöstlicher Richtung von Szamos-Ujvar (s. Specialkarte
Zone 18 Col. XXX am oberen linken Rand) an archäologisch bisher
ganz unbekannter Stelle veranstaltet wurden, eine Menge römischer
Grefäßscherben von gebranntem grauen und rothen Thon mit den
verschiedenartigsten Verzierungen, ferner ein paar Thierhörner und ein
beinernes Schneidewerkzeug gefunden und mir überbracht worden sind.

Szamos-Ujvar, Juli 1890 JOSEF ORNSTEIN

k. u. k. Major des Ruhestandes.
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