Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

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Dies der Text nach Cichorius. An drei Stellen bietet derselbe
schweren Anstoß; für alle finden sich leichte Besserungen. Z. 5 soll
auf dem Steine, dessen schlechte Erhaltung nach ausdrücklicher Angabe
des Herausgebers die Lesung an einzelnen Stellen unsicher macht,
OYTQZ stehen. Dass der Passus so nicht in Ordnung sein kann,
hat Cichorius richtig bemerkt. Es wird aber nicht nur für outQcj mit
Cichorius ourOc;, sondern auch für dKoXoüGQc; dKÖXouGOc; zu lesen,
also anzunehmen sein, dass an beiden Stellen Q für 0 sei es ver-
schrieben, sei es verlesen worden ist. Wenigstens ergibt sich m. E.
nur unter dieser Voraussetzung eine grammatisch befriedigende Con-
struetion: outoc; (vgl. Z. 13) eauriy ßouXouevoc; aKÖXouGoc; [Ye]vecrGai
oder wenn man lieber will [cpai]vecr9at, nicht anders als es z. B. in der
von R. Weil Atli. Mitth. I S. 237 f. veröffentlichten Inschrift aus
Andros heißt Z. 3 ff. ßouX]6uevocj aKÖXouGoc; Y[cve]cr6cü xf) [än]b Tfjq
dpxns auTuj YeYevriuevr] (YeYevriuevric; Weil) [el]q töv öfjuov rard Tüdvra
KaXoKaYOiOia; vgl. unter zahllosen ähnlichen Wendungen auch C. I. G.
3066 Z. 33 f. Eine zweite Stelle, an der ich von Cichorius' Herstellung
glaube abgehen zu müssen, findet sich Z. 11 f., wo seine Ergänzung
Xpeiav öe TTonicTauevou toü[tou (des römischen Statthalters) a]ürüi)V
TrpecTßeucrövTUJV sachlich und sprachlich gleichermaßen bedenklich ist.
Ich meine das Richtige zu treffen, wenn ich zu lesen vorschlage: xP^v
oe TTOin.ö"auevou tou för|uo]u tujv rrpecrßeuö'ovTUJV cals der Demos Leute
brauchte, die als Gesandte nach Rom gehen würden/ Vor diesem
Satze ist eine stärkere Interpunktion erforderlich, während Z. 9 vor
Trpecrßeüö'ac; die Interpunktion zu entfallen hat. Im Folgenden Z. 13 ff.
häufen sich die Anstöße. Die drei Accusative toüc; rrepteörujTac; kiv-
öüvouc;, KaKOTiaGiav, kivöuvov entbehren des regierenden Verbums; die
Wiederholung öftre toüc; TrepieöTujrac; kivöüvouc; — ome kivöuvov eK
koüvujv ist höchst auffällig und wird durch Cichorius' Versuch, den
sonderbaren Ausdruck kivöuvov eK koüvujv in Gegensatz zu toüc; rcepi-
eörujTOicj kivöüvouc; zu stellen, keineswegs erträglich gemacht. Der
hauptsächlichste Anstoß erledigt sich durch die Erkenntnis, dass für
EKKAINQN zweifellos EKKAINQN eKKXivwv zu lesen ist: die Wen-
dung durch Beispiele zu belegen kann ich füglich unterlassen. Damit
ist für die Accusative das regierende Verbum gefunden. Noch bleibt
eine Schwierigkeit, ebenfalls mit leichter Mühe zu beseitigen: die un-
sinnige Verbindung öftre toüc; TrepieöTÜJTac; kivöüvoucj — öftre kivöuvov
beruht nur auf der Ergänzung des ersten öftre, und schreibt man
Xpeiav öe Trouicrauevou tou [örjuo]u rüuv Trpecrßeuö'övTUJv upöc; rr)v ctüy-
kXutov tuv Pujucuuuv [öid] toüc; rrepteöTUJTac; kivöüvouc; outoc; ouoi'uucj
öftre KaKorcaGiav öftre kivöuvov eKKXivuiv öftre ktX., so ist alles in bester
Ordnung.
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