Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

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Reise nach Istrien und den Inseln des

Quarnero

Im August 1889 unternahmen die Unterzeichneten im Auftrage
des archäologisch-epigraphischen Seminars eine Reise nach Istrien und
den Quarnerischen Inseln. Nach kurzem orientierenden Aufenthalte in
Görz, Aquileia und Triest begaben sie sich nach Parenzo. Außer
dieser Stadt besuchten sie auf der Halbinsel vornehmlich die Städte
Rovigno und Pola; von den Inseln war ihnen aus Mangel an Schiffs-
verbindungen nur Cherso, Veglia und das kleine Eiland Cassione
zu besuchen verstattet. Auf der Rückfahrt wurden die Alterthümer
von Fiuine einer Revision unterzogen. Sie fanden überall die freund-
lichste Unterstützung sowohl von Seiten der Regierungsorgane und
der Municipalbehörden, wie auch von orts- und sachkundigen Privat-
personen. Insbesondere wurden sie gefördert durch die Herren Pro-
fessor H. Maionica in Görz, Dr. A. Amoroso in Parenzo, Lieutenant
J. Tumburus und L. Bontempo in Rovigno, Bezirkscommissär J. Sorli
in Veglia, Reichsrathsabgeordneten Dr. Vitesich und dessen unermüd-
lichen Neffen, Herrn Dr. jur. Vitesich. Es sei gestattet, den Genannten
den wärmsten Dank an dieser Stelle zu wiederholen.

Parenzo.

In Parenzo befindet sich ein Provincialmuseum, das die Bestimmung
hat, sämmtliche in Istrien gefundenen Alterthümer, mit Ausnahme jener
von Pola, zu vereinigen, doch macht sich die kurze Existenz und der
provisorische Charakter desselben noch fühlbar. Die prähistorischen
Funde, Vasen und Anticaglien sind in zwei Räumen des Landtags-
gebäudes untergebracht, die Inschriften und Architekturstücke liegen
im Hofe des genannten Gebäudes umher. Eine große Anzahl von
Inschriften harrt in der Stadt und ihrer Umgebung einer Unterbringung,
so im Garten des Marchese Polesini, des H. Privileggi, in Fratta.
Besser aufgehoben sind die im Atrium und Baptisterium des Domes
befindlichen Inschriften, Architekturstücke und Mosaikfragmente.

I. Museum.

Den wertvollsten Bestandtheil des Museums bilden die Funde der
prähistorischen Nekropole von Pizzughi, über die A. Amoroso in den
Atti e memorie della societa Istriana 1889 V 225—261, Taf. I—X aus-
führlich berichtet hat. Von den zahlreichen anderen Stücken, die
allerdings vielfach nur von localem Interesse sein können, wollen wir
nur die folgenden hervorheben:
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