Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

Seite: 58
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Im Hofe der Capelle San Martino werden die Alterthümer unter
alten Fässern, Holzabfällen u. s. w. aufbewahrt. Unter steter Gefahr
für Hände und Füße holten wir aus ihrem Versteck folgende hervor:

1. Grabstein, 049 hoch, 0*35 breit, 026 dick, mit zwei Büsten,
rechts eines Mannes mit Binde im Haar, links eines Kindes mit Ohr-
gehänge; die beiden Gesichter sind einander so^nahe, dass sie sich
berühren. Links oben Stück eines Pinienzapfens.

2. Grabstein, 0*75 hoch, 0*24 breit, 0*14 dick, mit den Büsten
eines bärtigen Mannes (links) und einer Frau (rechts, mit herab-
hängendem Haar) ; dicht aneinandergeschmiegt, mit den Lippen sich
fast berührend.

3. C. I. L. V 8184. 8185 (gebrochen, wir sahen nur Z. 1—3 und
von Z. 4—6 nur die linke Hälfte). Pais n. 25. Von der letztange-
führten Inschrift, die früher als Brunneneinfassung gedient hat, haben
wir eine in einigen Punkten abweichende Lesung.

PFVFIDIY

P. Fufidius (mulieris) l(ibertus) Optatus IIIIII vfir sjibi et
Ussfiae? Venus fjtae. Vgl. C. I. L. V n. 647 (Tergeste): L. Usius
I. lib. Philippus v. f. sib. et L. Usio Fido f. L. Usio Thaso ann. V,

I. Usio Venusto.....; 4344 (Brixia): L. Ussius Picentinus ; IX n.

5500: Ussia L. I. Primigenia.

Bei der Kirche der heiligen Euphemia liegt eine modern behauene
Säule, die jetzt als Stiegengeländer verwendet wird ; 3*88 1., ursprüng-
licher Umfang ca. 1*60; nach de Franceschi von einem Tempel der
Diana: worauf sich diese Vermutung stützt, ist uns nicht bekannt.
Der Marmorsarkophag der Heiligen in der Kirche (über die Legende
von der h. Euphemia und ihrer archa vgl. Atti e memorie 1885 II
S. 326—330) ist ca. 2-0 h., 2*5 br., 1*0 tief. Auf der vorderen Lang-
seite zwei einfache Thorbögen; zwischen ihnen, in der Mitte erhaben
ein Sechseck mit concav gekrümmten Seiten. Das geschuppte Giebel-
dach trägt unverzierte Akroterien. Die rückwärtige Langseite und
die beiden Schmalseiten sind ganz unbearbeitet geblieben.

Bei Herrn Bontempo sahen wir die Photographien zweier Denk-
mäler, die derselbe in Triest aufbewahrt.

1. Grabaufsatz in Form einer oben abgeschnittenen Pyramide
mit rechteckiger Grundfläche, auf einer Plinthe aufsitzend; die Stirn-
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