Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

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rühren und wohl durch Matrosen der zur dienstlichen Unterstützung
jener Unternehmung beorderten Kriegsschiffe nach Pola gelangt sind.

In der Sammlung des Augustustempels, von der inzwischen Dr.
W. Reichel einen vollständigen Catalog, der demnächst zur Veröffent-
lichung gelangt, aufgenommen hat, beschäftigten uns haupsächlich die
Inschriften:

1. Platte aus Kalkstein, links unten abgebrochen, gef. 1887 als
Deckplatte eines römischen Canals in der Via del teatro, clivo San
Francesco, j. im Hofe des Museums, h. 1*6, br. 0*7, d. 0*26; große,
schöne Buchstaben, ihre Größe nimmt von oben nach unten ab, Z. 1
0*095, Z. 6 0*07; dreieckig interpungiert, das Inschriftfeld dreifach
umrahmt.

S E l I c i a'g
p o s tvma'
NOMINE'SVo
ETiC'OCTAVl *
5 ATTDCLlVO
S T r av IT

Gregorutti Atti 1888 S. 450 liest in Z. 5. 6 ATTlCI-IVO
STR-AVlT und meint: 'Ottavio Attico portava altri tre cognomi,
che si possono leggere Ivo(nis) Str(atonici) Avit(iani), e di cui il primo
g evidentemente barbaro'.

Selicia C. f. Postuma nomine suo et C. Octavi Atti clivom stravit.
Vgl. C. X n. 1698 (Puteoli): . . . cleivom a summo ad emporium strafvit.
Ob der Clivus, dessen Pflasterung die Inschrift angibt, mit dem mo-
dernen clivo San Francesco, wo die Inschrift gefunden wurde, identisch
ist, ist augenblicklich nicht auszumachen.

2. Ära aus Kalkstein, gef. auf einer Insel bei Medolin, j. im Hofe
des Museums; h. 0*71, br. 0*4, d. 0*29* schöne Buchstaben, ihre
Größe in Z. 2 0*045, Z. 3 0*04, Z. 4 0*037, Z. 5 0*035, Z. 6 0*04,
Z. 0*065; dreispitzig interpungiert.

claVdtäh
pvsillae
coivgpkariss
5 sabinvs'cou
nor'polens

V Y F

Gregorutti Atti 1888 S. 451 mit Abweichungen in Z. 2. 5.
D(is) [M(anibus)]'. Claudiae Pasillae coiugi kariss(imae) Sabinus
colonor(um) Polen(sium) v(ivus) f(ecit).
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