Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

Seite: 115
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Neben den Archonten ist beide Male der lepoGuinc; genannt, wohl
der Priester der Artemis TTpocrr|uut(x7 deren Heiligthum für Nordeuboia
in ähnlicher Weise einen religiösen Mittelpunkt gebildet zu haben
scheint wie das der Artemis 'Auapucria bei Eretria für Südeuboia.3)
Nach diesem ersten Priester allein datiert das von Lolling ath.
Mitth. VIII 0 ff. (vgl. 200 ff.) herausgegebene Verzeichnis der Spender
und Spenden für Restauration des Heiligthums und Herstellung des
Kultbildes, welches seinen Fundort, den Hügel Ai Giorgi bei Kur-
batsi, als Stätte des Artemision erwiesen hat.

Die vertretenen Gemeinden sind in alphabetischer Ordnung fol-
gende: JA0fjvai, "Avuu Xöqpoc;, ATov, EiXuuviov, EipieT«; (ich setze das Ethni-
kon, weil die Form des Ortsnamens nicht sicher steht), c'Epuapoq(v),
Ipicrroq(v), Keduvöai, 'Opößiat, TTh/oc;, TTpcuieiov und eine zwölfte, deren
Namen auf dem Steine völlig unleserlich geworden ist. Hievon sind
durch Zeugnisse der schriftstellerischen und der inschriftlichen Uber-
lieferung bekannt:

5A9fjvou, nämlich 'AOrjvou Atdöes, und ATov, beide auf der Lithada
genannten Halbinsel, 'A8f|vai vielleicht bei der heutigen Gialutra,
Aidepsos gegenüber, ATov bei Lithada zu suchen. Beide Städte waren
in früherer Zeit selbständig gewesen. Vgl. Boeckh - Fränkel, Staats-
haushaltung der Athener II 421. 438; Aug. Baumeister, Topographische
Skizze der Insel Euboia 17. 57; Bursian, Geographie von Griechen-
land II 410. '

'Opoßiai jetzt Roviäs.

EiXuuviov erwähnt in Aristophanes Frieden 1125 f. (dazu das
Scholion)

6 KÖpaH oio^ rjXG5 eS 'QpeoO.
ouk aTTOTTeiricrei Oottov de; JEXuuviov;

Sophokles Frg. 404 N. vuucdiköv 'EXuuviov und 802 N. TTpös Trexpcuc;
'EXuüvicik; ; Steph. Byz.; Hes. Die Frage nach der Lage des EiXuu-
viov werde ich seinerzeit im Zusammenhange der Topographie Euboias
behandeln.

Drei andere Ortschaften "Avuu Xöqpoc;, "lpuTroc;(v), TTh/(v)oc; waren
bisher nur in der Inschrift von Artemision, welche dem französischen
Herausgeber anscheinend unbekannt geblieben ist, erwähnt. Für "Ipitfioc^v)
(in jener Inschrift Z. 9 das Ethnikon Eipicrnoc; mit et für i wie 25
KXduaKCü geschrieben) ergibt sich, dass Lolling diesen Ort mit Unrecht,
wenn auch nur zweifelnd, auf Tenos gesucht hat, wo ein nur der
Schreibung nach verschiedener Ortsname "Hpicrroc; und "HpurGoc; durch
das PsephismaCIG 2336, 8 und die große Inschrift CIG 2338; Ancient

3) Lolling Ath. Mitth. VIII 202.
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