Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

Seite: 116
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Greek Inscriptions in the British Museum II CCCLXXVII 99 (41)
bekannt ist.

Neu sind die Orte EipieTc;1) c'Epuapoc;(v)r') Keduvöat, dies eine Namen-
bildung wie Znuiuvöcü in der Inschrift von Artemision Z. 13, TTpurreTov.

Ich veröffentliche bei dieser Gelegenheit ein kleines Inschrift-
bruchstück aus Histiaia-Oreos, in welchem ich gleichfalls die Namen
einiger zu Histiaia gehörigen Gemeinden erkennen zu können meine.

Bruchstück einer Stele weißen Marmors, rechts und unten voll-
ständig, 0*37 h. (davon 0*18 beschrieben), 018 br. (doch sind die
Zeilenenden mit etwa drei Buchstaben abgesplittert), 0*11 d.; unter der
Inschrift freier Raum, dann rauh gelassene Oberfläche. Elegante sorg-
fältige Schrift (Buchstabenhöhe 0*009, Zwischenraum 0*009) ungefähr des
zweiten Viertels des vierten Jahrhunderts v. Chr. (A, E, 0 und O wenig
kleiner als die übrigen Buchstaben, l<, M, N breit, P, P gut, 2 , _fl) * auf
dieselbe Zeit führt die Schreibung des unechten Diphthongen ou durch
einfaches O Z. 2. 5. 6. 7. Also, wenn man von dem bekannten Ver-
trage mit Eretria absieht, die älteste uns erhaltene öffentliche Urkunde
aus Histiaia. In der Kirche des heiligen Nikolaus im oberen Dorfe
Oreos. Nach Abschrift und Abklatsch.

MAP i i i i_ \ i uap

\ EOXTPATOK INK — KJXeorJTpäio Kivk

xAHPONOMOIIA KXnpovöuoiq a

\ X MAIEKATON^ öp]axuäs eKorrov

5 IAI0EOKPITOEI^ — iaq OeoKpixo Ei\[uuvieu<s

NA HI —< APEIOM--Ir|udj]vbTK - Apdo u[nvö<;

MBPOäEYTE \jq N--Ik Ku]ußpo i EüTetTUJv —

IIAIHIPAP E AA --ov]oiaq f\q Trape\a[ß —

ITTAPAKO N T A TjeTTapotKOvra

10 TONÖNKAEANA €]ttovuuv K\eavö[p —

Vermögensrechtliche Urkunde, leider zu sehr verstümmelt als dass sich
über ihren Inhalt Genaues aussagen ließe. Habe ich Recht Z. 6 nach dem

4) Aus mehreren Gründen wage ich es nicht El^ievs in 'Jqievg bei Steph. Byz.
(zu '!(>« — xal nolic, Multiwv änb "Iqov) wiederzufinden, so glaublich es ist, dass zu
Histiaia einst auch Gebiete des gegenüberliegenden Festlandes gehört haben. Die
Iloöeiditai der Inschrift vom Artemision hat Lolling in der Nähe des jetzt Stavro
genannten Vorgebirges IJoöeidiov gesucht, vielleicht mit Recht; obwohl man auch an
das sonst unbekannte Hoöiöeiov iv Evßolai C. I. A. I 37 denken kann. Strenggenommen
würde übrigens die Erwähnung jenes lloöldeiov in der Inschrift vom Artemision für
dessen politische Zugehörigkeit zu Histiaia nicht beweisen.

6) Man ist versucht 'Eg/ualov zu vermuthen, aber auf dem Abklatsche ist g
deutlich. Vielleicht steckt der Name auch in der ersten Zeile der im Folgenden
mitgetheilten Inschrift.
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