Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

Seite: 121
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Ferner möchte ich glauben, dass der Proxenos Eupuaq11) XxpaTOvfcou
AitujXöc; Z. 21 mit dem aetolischen Hieromnemon Eupuac; identisch
ist, der in dem Amphiktionenbeschlusse Dittenberger Sylloge 212
aus dem Jahre des delphischen Archon Damosthenes erscheint. Diese
Meinung bedarf einiger Worte der Begründung. Denn Dittenberger
hat diesen Archon mit dem Archon Damosthenes, Sohn des Archelaos,15)
gleichgesetzt und daher die Urkunde in das Jahr 182/1 v. Chr. ver-
wiesen. Ich glaube mit Unrecht. Die Inschrift steht auf der Ostseite
der großen Polygonmauer16) über einem anderen Amphiktionenbeschlusse
(Dittenberger Sylloge 184) aus dem Jahre des Archon Archiadas. Von
diesem erklärt Dittenberger selbst, er gehöre in die Zeit vor 229 v.
Chr. Gegen die Bemerkungen, welche Dittenberger zu 184 über die
Zusammensetzung des Amphiktionenrath.es im dritten und zweiten
Jahrhundert seinerzeit vorgebracht hat, will ich hier nicht neuerlich
Einwände vorbringen, da gegen dieselben bereits von anderer Seite
Einspruch erhoben worden ist. Jener Amphiktionenbeschluss aus dem
Jahre des Damosthenes kann meines Erachtens nicht getrennt werden
von den gleichartigen Beschlüssen, die aus den Jahren des Archon
Archiadas (Dittenberger Sylloge 184), seines Nachfolgers Eudokos
(Bull, de corr. hell. VII 409) und des Archon Straton (Dittenberger
Sylloge 185, vgl. die Psephismen Bull, de corr. hell. VII 415 f.) er-
halten sind, schon deshalb nicht, weil alle diese Beschlüsse im We-
sentlichen dieselbe Zusammensetzung des Amphiktionenrathes zeigen.

(. Q N Ussing und Rangabis), also nicht A[lto) | X]&v7 sondern ä \ nav. Zu Ende der
Zeile nach B. Graefs Abschrift nach övvedglov Reste eines nicht zu bestimmenden
Buchstaben; dem Abklatsche ist ebenfalls nichts Sicheres zu entnehmen; Z. 34 zu
Anfang 0OAAOX, also 'Otf&dXaos zu ergänzen: der Name auch Ussing Inscriptiones
ineditae 6, 14; Bull, de corr. hell. V 408. 417. Zu Ende der Zeile sind nur zwei
Stellen zur Ergänzung frei; da Z. 35 zu Anfang deutlich KOL steht, findet die
Vermuthung, es sei nach Z. 33 Avjviog zu schreiben, Bestätigung.

14) Ich vermag den Namen sonst im Augenblicke nicht nachzuweisen. Den
davon abgeleiteten Eiigvä&rjg bietet eine meines Wissens noch unveröffentlichte In-
schrift des Museums zu Sparta. Stele 0.78 br., 0.86 h., 0.31 d. in zwei Stücken.

EYPYAAHI TAXKOI
OAYMriONIKAI EMPC . EMQI
EMPO AEMQI

Der Schrift nach zu urtheilen aus dem dritten Jahrhundert v. Chr. Mit
dem Namen Täöxog weiß ich nur Taör.opevrjg C. I. A. II 967 B Z. 35 zu vergleichen.
Über die gleichartigen lakonischen Grabschriften A. Kirchhoff Sitzungsberichte d.
Berk Ak. 1887, 989.

15) Vgl. H. Pomtow Beiträge zur Topographie von Delphi 39.

16) Wescher Etüde sur le monument bilingue de Delphes 142; Pomtow
Beiträge 102 und Tafel IV.
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