Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

Seite: 133
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Z. 2 NEPOS 2 (3) AVRELIO — 4 PONT MAX TRI B POT

— 5. 6 (6. 7) MILITAVE RINNT - | IN COHPR - 7 (8) VII statt VI

— 7 (9) PE> statt PIE — 8 (10) FVNCTI • SVNT- — 9 (10) TRIBVII

— 11 (12. 13) PEREGRINIS — 11. 12 (13) FEMI | NA — 12 (14)
IVNXERRINT - — II 1 (16) IAVNAR — 2 (17. 18) IMP - S E VE RO
ALEXANDRO II • M A RCE LLO II COS — 5 (22) RECOCNIT —
6 (23) ROMAE — 6. 7 (23) TEMjPLVM.

Die Namen der Zeugen auf der Außenseite der zweiten Tafel
sind: M. Aureli Lomjini P. Aeli Rufiniani — M. Aureli Ulthi —
P. Aeli Cari — M. Aureli Valentis C. Valeri Gaiani — M. Ulpi
Cepiani.

Das Diplom bewegt sich durchweg in bekannten Formeln. Die
Titel des Kaisers Severus Alexander finden sich ebenso in dem Diplom
C. I. L. III p. 895. Die Bestimmung über das Privileg der Prae-
torianer bei der Eheschließung kehrt gleichlautend wieder in allen
Praetorianerdiplomen seit Septimius Severus (C. p. 905), ebenso ist
der Tag der Entlassung der bei der Gardetruppe altherkömmliche
(C. p. 903). Der Aufstellungsort des Gesetzes ist der seit dem Jahre
93 n. Chr. allen Gesetzen dieser Art gemeinsame (C. p. 906).

Dass der Praetorianer nach seiner Entlassung an seinen Geburts-
ort zurückkehrte, zeigt der Fundort, und dieselbe Thatsache kehrt
wieder bei dem Diplom aus der. Zeit Elagabals Eph. ep. II p. 466.

Bisher gab man dem Consul des Jahres 226, in welchem das
Gesetz erlassen wurde, das Praenomen Lucius auf Grund der Inschrift
Henzen 6652; aber dieses Praenomen beruht nur auf einer falschen
Lesung. Wie Hirschfeld mir mittheilt, steht auf dem Steine et Aufidio
Marcello.

Heidelberg A. v. DOMASZEWSKI

Funde in Pola

1) Fragment einer Kalksteinplatte, gefunden vor etwa 14 Tagen
beim Abtragen eines alten Hauses am Clivo Cornelio, in der Nähe der
Porta Sergia, jetzt in Privatbesitz. L. und unten vollständig, r. und
oben gebrochen, rückwärts unbearbeitet. Größte Breite 0*56, größte
Höhe 0'42, Dicke 0*13. Darauf in schönen, großen Buchstaben (0*04
— 0*05; nur die Buchstaben sv in Z. 6 sind offenbar infolge Raum-
mangels bloß 0*025 hoch) folgende Grabschrift:
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