Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

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XaXKeuj ev Kepduuj). Fraglich kann nur sein, wie der Draht ver-
wandt war. Der Scholiast Ven. A., welcher ßodac; pdipe xPu(yein<»
pdßboicrt erklärte: eppaiye idc; ßoeiac; pacpcuc; paßboeibecfiv wcravei cpXeijnv,
vermuthete einen adernartig sich ausbreitenden, wir würden sagen
saumartig fortlaufenden Nahtverband. Derart ist z. B. der Schild
Achills in dem meisterlich ausgeführten Vasenbilde des Nearchos, vgl.
Fig. 2 (Wiener Vorlegeblätter 1888 IV 3). Denkbar ist aber auch ein
gereihtes Ornament von einzelnen, in bestimmten Abständen durchge-
zogenen und verknoteten Drähten, deren Enden wie Stifte oder
Troddeln herabhiengen. Der Geschmack solcher metallener Behänge,
die man an alten Gürteln, Fibeln, Ringen u. s. w. findet, ist prähisto-

Fig. 2.

risch, ihr Geräusch war an einer Waffe zauberkräftig. An der Aigis
der Athena B 448 hängen hundert Troddeln (Oudavot) aus massivem
Gold, alle wohlgeflochten, eine jede hundert Rinder wert. Oucravoeo'ö'a
ist stehendes Beiwort des Schildes von Zeus und Athena. Dement-
sprechend sieht man den Rundschild des Zeus und der Athena in
einigen hochalterthümlichen Bildwerken mit einem Saume züngelnder
metallener Schlangen besetzt, vgl. Fig. 3 (Studniczka, Ephimeris ar-
chaiol. 1886 S. 121), wie die Aigis der Athena den gleichen Schmuck
in der Regel trägt. Diese mythologischen Schilderungen setzen ein
correlates Ornament an Prachtschilden der Wirklichkeit voraus. Bildeten
die Rhabdoi an dem Schilde des Sarpedon einen ähnlichen Troddel-
behang, so ergäbe sich eine Parallele zu der Formentwickelung des
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