Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 15.1892

Seite: 149
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für den Verkehr mit dem Osten das syrische Hohlmaß reeipiert haben,
das im römisehen Gebraueh den Namen Olmaß führte.

Die Bestimmung des Rauminhaltes der Hohlmaße, welche ich
Cichorius verdanke, bot große Schwierigkeiten, so dass ganz genaue
Resultate nicht zu erzielen waren.20) Wenn demnach die einzelnen
Werte unsicher sind, so darf doch das Verhältnis der einzelnen Maße
untereinander auf annähernde Genauigkeit Anspruch erheben, da die
Fehlerquelle bei allen dieselbe ist.

Der Inhalt der einzelnen Maße ist folgender:21)

') Cichorius bemerkt hierüber in einem Briefe: Leider wurde meine
Freude — den verschleppten Stein dennoch aufgefunden zu haben — sofort er-
heblich gedämpft durch die Entdeckung, dass in den die Maße
wiedergebenden Löchern des Tisches jedesmal der Boden in barba-
rischer Weise durchgestoßen war, so dass eine genaue Feststellung
des Inhaltes jedes Loches ganz unmöglich ist. Ich habe nun gethau,
soviel sich unter diesen misslichen Umständen thun ließ — bei
jeder einzelnen Vertiefung Höhe, Peripherie, Durchmesser u. s. w.
gemessen, um wenigstens für eine ungefähre Berechnung einige An-
haltspunkte zu geben. Genaue Resultate lassen sich aber auf diese
Weise deshalb nicht gewinnen, weil die Wände der Vertiefungen
nicht glatt, sondern ganz unregelmäßig bearbeitet sind, und dann,
weil auch die Tiefe des Bodens nie ganz bestimmt erkannt werden
konnte. Indes habe ich mit vielerMühe — Sie wissen wie man jeder
Hilfsmittel in einem kleinenBalkandorf beraubt ist — den Versuch
gemacht, die zerstörten Böden durch Lehm und flache Steine zu
ersetzen, um so wenigstens annähernd den Inhalt zu bestimmen.
Die so nothdürftig hergestellten Höhlungen habe ich dann mit
Wasser ausgefüllt und dieses gemessen. Es standen mir dafür nur
2 vom Kmet requirierte Maße zur Verfügung, die genau 1 Liter und
V4 Liter messen sollten.

21) Die stereometrischen Messungen von Cichorius ergaben:

a) hoch 9 cm; Durchmesser 10 cm; Umfang 25 cm.

b) hoch 9'5 cm; Durchmesser 13 cm; Umfang 33 c/?«.

c) hoch 12*5 cm; Durchmesser 12*5 cm; Umfang 37'7 cm.

d) nicht gemessen.

e) directe Höhe 20'9 cm; Höhe der 4 schrägen Ecklinien 25 cm; Länge der
4 oberen Randseiten 2Sc?n; 22 cm; 22 cm; 22'9 cm.

f) Nur die linke Seitenwand in ihrem oberen Theile erhalten. Länge des
oberen Randes 27*7 cm; Länge an der Bruchstelle 18*5 cm; Höhe von der Bruch-
stelle an 23'4 cm.

Da, wie Cichorius bemerkt, die einzelnen Höhlungen keine regelmäßigen
stereometrischen Körper sind, so sehe ich wenigstens kein Mittel, auf diese Maße
eine sichere Berechnung zu gründen.
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